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Reparatur Feder Türscharnier

Volvo 700, 900

27.08.2026

Hinweis zum Austausch der Türhaltefeder im unteren Türscharnier der Volvo-Baureihen 700 und 900. Die Scharniere und Federn sind einander sehr ähnlich. Deswegen ist die Vorgehensweise auch immer gleich. Die Feder ermüdet im Laufe der Jahre, gelegentlich ist sie sogar gebrochen. Dann fällt die Tür schnell und unkontrolliert zu. Zur Vorbereitung der Reparatur sollte die Tür demontiert werden. Nur das Scharnier zu demontieren, ist für die Tür sehr riskant!


An diesem Beispiel einer Beifahrertür eines Volvo 940 ist die Feder nicht gebrochen und muss erst einmal entspannt werden. Dazu muss der größere Bogen der Feder aus seinem Sitz in der Bohrung der säulenseitigen Scharnierplatte getrieben werden.
Ist die Feder gebrochen erübrigt sich dieser Schritt, weil meist der Teil in der Bohrung abgebrochen ist.

Dazu spannen Sie das Scharnier mit dem kleineren Federbogen nach oben fest in den Schraubstock.


Mit zwei bis drei Hammerschlägen die Feder nun so weit nach unten treiben, bis der größere Federbogen aus seinem Sitz in der Bohrung springt. Nun ist die Feder entspannt.


Die Feder lässt sich nun etwas im Scharnier drehen. Je nach Zustand kann dies etwas schwergängig sein. Sie muss definitiv aus ihrem Sitz heraus sein! 
Ist die Feder nicht entspannt, besteht ab dem nächsten Schritt Unfallgefahr!

Wenn die Feder mit einem Blechstreifen in der Führung der Scharnierplatte gesichert ist, treiben sie diesen mit einem Durchschlag unter der Verpressung heraus. Meist fällt er dann schon von allein herunter
Diese Blechstreifen sind nicht immer vorhanden, die Führungsnut bei den Scharnieren ist nicht immer gleich breit. Wir haben bei drei Scharnieren Unterschiede von fast 2mm gemessen. Die Feder hingegen hat immer die gleiche Stärke von etwa 7mm.
Die Blechstreifen können außerdem auch weggerostet sein, innerhalb des Scharniers gab es ab Werk keinerlei Rostschutz.

Nun schlagen Sie die Feder mit einem Durchschlag oder Meißel aus der Führungsnut und entnehmen diese.


Die herausgeschlagene Feder ist hier noch einmal gut zu erkennen.

Reinigen Sie die Führungsnut von der Korrosion und fetten Sie sie etwas ein. Dann legen Sie die neue Feder (hier eine gebrauchte) in die Nut ein. Der große Federbogen muss nun wieder entspannt oben über seiner Bohrung sitzen.


Bekommen Sie die Feder nicht in die Nut, pressen Sie sie mit dem Schraubstock ein, wie hier im Bild gezeigt.


Nun, sofern vorhanden, das Klemmblech wieder einlegen und mit einem Durchschlag hinter die Verstemmung klopfen. Wenn die Feder sehr lose sitzt und keine Bleche vorhanden sind, sollten hier auf der Oberseite der Feder ein oder zwei selbstgefertigte schmale Blechstreifen (Stärke nach Bedarf 0,5mm - 1mm) eingelegt werden.


Anschließend verstemmen Sie mit einem Meißel die alten Verpressungen über der Feder wieder. Die Feder darf sich nicht wieder aus der Nut herausdrücken lassen!


Nun drücken Sie die Feder mit einer guten Wasserpumpenzange über die Sitzbohrung und schlagen die Feder mit einem Hammer wieder in die Bohrung hinein. Das erfordert etwas Kraft und Geduld. Wenn die Feder nun in ihrer Nut sitzen bleibt, ist das Türscharnier fast wieder einbaufertig. Fetten Sie die Nut vor dem Einbau noch gründlich ein. Dann hat die Korrosion künftig weniger Angriffsfläche. Die Auflage des Scharniers an der A-Säule darf nicht oder nur sehr dünn lackiert werden, andernfalls lässt sich die Tür nicht mehr korrekt einstellen. 
Das Scharnier kann nun wieder montiert werden.
  • Diese Hinweise dienen nur zur Orientierung und ersetzen nicht die Einbaurichtlinien der Fahrzeughersteller! Alle Angaben ohne Gewähr!

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