Graffiti Volvo, eine fahrende Leinwand
16.05.2013Als Cal vor fünf Jahren einen 240er Volvo, Baujahr 1989 von seinem Vater übernahm, hätte er sich nicht träumen lassen, in welche Richtung sich das alles mal entwickeln würde. Auch wenn er bereits diverse skandinavische Fahrzeuge sein Eigen nennen konnte, gesteht Cal dennoch: "Wenn ich an einen Volvo dachte, dann hatte ich keinen turbogeladenen 242er im Kopf, sondern eher den hässlichen braunen Wagen, gefahren von irgendeinem verrückten Typen."
Dass das Schicksal manchmal recht eigene Wege einschlägt, erfuhr auch Cal ziemlich schnell, denn als sich sein Vater ein neues Fahrzeug zulegte, war er plötzlich dieser 'verrückte Typ' mit dem Volvo. "Also ließ ich mir die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen", so Cal. Trotzdem fuhr er den Wagen gute vier Jahre im Originalzustand, bis er eines Tages auf einem Schrottplatz zufällig einen Satz Virgo Turbo Felgen fand. "Plötzlich liebte ich den Wagen", erklärt der inzwischen stolze Besitzer, die Wirkung der neuen Räder. Da auch an diesem Volvo die vielen Jahre des täglichen Einsatzes nicht spurlos vorbei gegangen waren, musste Cal seiner neu entdeckten Liebe ein paar Karosserie-/Lackierarbeiten gönnen. "Doch warum einen teuren Lackierer bezahlen", fragt Cal rhetorisch. "Also inserierte ich eine Kleinanzeige, in der ich nach Leuten suchte, die bereit wären, mein Auto zu 'lackieren'. Die Leute antworteten schnell und waren von der Idee fahrender Kunst begeistert."
Wie man auf den Bildern erkennen kann, gibt Cal immer mal wieder anderen Graffiti-Künstlern die Möglichkeit, sich auf seinem 240er zu verewigen. Dass der Volvo tiefergelegt und dezent umgebaut durch die Straßen L.A.'s rollt, ist bei diesem Gesamtkunstwerk eigentlich eher eine Randnotiz.




