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Schwung und Staub - VOC Teterow Bergring Rallye

13.07.2019

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Endlich war es so weit: Anreise nach Teterow zum 8. ADAC Bergring Rallyesprint. Dies für die Teams des VOC nicht unter 3-5 Stunden, bedingt durch die elendige immer-wieder-Stau-Situation im Land. Neun gut gelaunte, gar freudige Volvo-Original Teams reisen an. Rodewald/Kaiser mit 944, wie immer gut aufgeräumt. Gerstenberger/Borack mit 244 pünktlich und sauber vorbereitet, Litfin / Standke mit 944 ganz akkurat sowie Krause / Nenninger mit 244 und Fans. Tassilo Weiß und Sven Uhlrich sind auch da mit 944 al-a Dondo. Anja C. Frese mit 244 auch mal wieder vor Ort samt Steffi Fritzensmeier. Gianna Gernot mit 944; dann noch rechtzeitig am Samstag vor Ort, wobei Co Katharina Schröder bereits Freitag das Wichtigste in die Wege leitet.

Auf’n Punkt genau erscheinen Andreas Leue mit Sohn Markus (944 schon da, Dank an Silvio mit dem SKANDIX-Mobil!) und Jochen Walter mit Tim Schmidt am Ring. Wow! Das ist mehr als ein Fullhouse für den VOC. Silvio bemerkt im Vorfeld, dass am Leue-Auto in drei Tagen das vorbereitet wurde, was in den vergangenen drei Jahren hätte gemacht werden können. Andreas Leue lacht und weist auf ,just in time‘ hin, was in professionellen Kreisen als Meisterstück gewertet wird. Jochen hat den weißen 244 im Gepäck, der schon als verschollen galt, aber nun doch endlich wieder im VOC aktiv sein wird. Andreas 944 wurde, wie angedeutet von Silvio in Windeseile hergerichtet und steht seidig glänzend am Freitag Abend auf dem Platz und wartet ruhig auf den morgigen Tag. Mit ,ruhig‘ meine ich nicht den Ruhepuls – sowas hat ein Volvo nicht – der Ruhestrom ist kaum messbar, denn einzig die originale Uhr tickt. Das ist ein kleines rundes Ding, was mit Hilfe zwei unterschiedlich langer Zeiger, die sich im Uhrzeigersinn drehen und so theoretisch die korrekte Uhrzeit anzeigen.

Freitag Abend also Anreise, Camping-Equipement arrangieren, Begrüßung der Teams – das ist eher familiär und das nicht ausschließlich unter den VOC-Teams, denn die anderen Teams, die im Rahmen des Schotter-Cups antreten – naja, man kennt sich und trifft sich mit Vorliebe genau hier am Bergring. Also noch n Schnack und ne Bratwurst – Sonne geht unter… Sonne geht auf und schnell n Kaffee o.Ä. und die Strecken können besichtigt werden. Denkt man nun es sind ja Rundkurse und der Co kann lächelnd rausgucken? Das kann funktionieren, aber deutlich besser läuft es, wenn der Co punktgenau im Thema ist und somit der nötige Schwung aufgebaut und mitgenommen werden kann. WP 1 startet um 12.00 und der Trabi legt vor. Es geht den Ring links herum, wie das Moped fährt. Muss man hier einfach mal anmerken: vier Volvos überbieten deren Zeitvorgabe nicht.

Aber, weiter vorne: Rodewald/Kaiser jagen Walter/Schmidt 3 Sekunden ab. Die Leues treten drauf, als ob es nie eine dreijährige Pause gegeben hätte und Gerstenberger / Borack sind echt gut drauf. Auch Tassilo und Sven nehmen dem Trabi 4 Sekunden ab. Weiter hinten entwickelt sich dennoch Spannendes. Litfin vor Frese, die knapp vor Gernot und vor Krause. Gut, man will ja nicht gleich Blödsinn anstellen, es könnte ja dies oder jenes sein – ein Afrikanischer Elefant könnte urplötzlich hinter der Kuppe im Weg stehen? Es staubt und das erschwert durchaus die Sicht. WP 2, wie üblich nicht über den Ring, sondern Richtung Arena und zurück mit dem U. Das ist genial für die Zuschauer, um in Augenhöhe die Driftkünste der Teams unter die Lupe zu nehmen. Weiß / Uhlrich im 944 als 5. Volvo Original im Ziel. Das läuft doch gut für den zweiten Ausflug! Litfin nimmt Frese 2.5 Sekunden ab und Krause bastelt sich 6 Sekunden hinter Gernot / Schröder ins Ziel. Nur noch zwei Volvo knapp hinterm Trabi.

Jo, wir werden wach, wir werden warm. Es wird entgegen der Wetterprognose eher sehr warm und solch 2.3l Aggregat hat eine Wasserkühlung, die wiederum mit Luftdurchsatz gekühlt werden will. Das technische Wunder der forcierten Luftkühlung des Wassers, fällt bei Anjas 244 immer wieder aus und auch bei Tassilo zeichnet sich hier Gezicke dieser unsensiblen Technik ab.

Bei den Teams, die nicht an Afrikanische Elefanten auf dem Bergring glauben, entbrennt eine geniale Sekundenjagd: Walter 4.8 Sekunden vor Rodewald. 2.5 Sek dahinter Leue und Gerstenberger 1.2 Sek. dran. WP3 folgt dem Ring noch einmal links herum. Jochen ganz knapp vor Andreas und Martin 0.5 Sekunden dran, dicht gefolgt von Patrick. Das zeigt mir, dass man sich einen 244 nicht schön-saufen muss, der kann, so Fahrer und Beifahrer bei der Sache sind und etwas Geschick an den Tag legen im 17. Rallyejahr artgerecht und fröhlich angasen.

Derweil entsteht in der Antarktis durch die üblichen, aber heuer sehr massiven Waldbrände mehr CO2 als eine Industrienation im Jahr auswirft. Und das, kurz angemerkt zum Feinstaub: Am Bergring gibt es feinen Staub; gar viel davon, aber Feinstaub im wissenschaftlich korrekten Sinn wird von einem VOC-Auto nicht wirklich produziert, das sei den Euro6-Diesel und Nachfolgemodellen vorbehalten. Auch WP 4 gehört noch zum Vorgeplänkel. Noch einmal gen Arena und zurück. Krause / Nenninger erzählen von Krytonit, was vermutlich in dieser WP ausgelegt ist (das ist ja noch wilder als das mit den Elefanten) aber sie haben aus den Vorrjahren hier gar einen Totalausfall im Sinn. Dennoch arbeiten sie dran die bremsenden Geister nachhaltig auszublenden und zur Sicherheit wird das Urlaubsfeeling abgelegt, um mal Fakten zu schaffen. Das besagte Kryptonit haben Litfin, Frese und Gernot noch gar nicht bemerkt und steigern sich sutche.

Rodewald, Walter und Gertenberger sind hier eher n Hauch moderater unterwegs als in der Vorrunde. Die Leues basteln gar 8 Sekunden drauf. Hier irgendwo müssen Weiß/Uhlrich die Segel streichen wegen der Sache mit der Motortemperatur. Ach, hätten wir doch endlich Elektroantriebe, dann wäre das (vordergründig betrachtet) nicht das Problem. Der feine Staub legt sich zur Pause mangels einer Brise nur zögerlich und die Tagestemperatur steigt an. Es ist recht sommerlich temperiert am Bergring. Das Vorgeplänkel war ja bereits lecker, aber nun geht es den Ring rechts herum in großer Runde der Bergring mit Hechtsprung, dann gen Arena und zurück. WP 5/6 stehen an.

In WP 5 langen Martin Gerstenberger und Heiko Borack voll zu und nutzen Alles! was an Schwung erzeugt werden kann. Bestzeit in der VOC-Wertung! Martin freut sich wie ein kleiner Junge und schildert, wie er jeweils mit Versatz, kontrolliert weniger die saubere Linie verfolgt, sondern blank den Schwung mitnimmt. Sie hätten gar keine Schnitzer gebaut erzählt er zufrieden grinsend. Ganz nah dran Patrick Rodewald / Jacqueline Kaiser, die bereits ihren Rythmus gefunden haben. Sehr Knapp dran Jochen Walter und Tim Schmidt, die hier die bemerkenswerteste Landung im 244 vorführen. Ach ist das schön, dass ein 244 eine Hechtsprunglandung unzart auf der vorderen Stossstange aufkommend, ohne weitere Diskussion zeigen und wegstecken kann.

Die Leues sind relativ gesehen etwas vorsichtiger oder gar schlauer. Sie bringen dennoch das Gefährt zeitnah ins Ziel. Anja C. Frese wird endlich aktiv und das nicht zuletzt Dank der fordernden Ansagen von Steffi Fritzensmeier, um den Blödsinn mit den Elefanten auszublenden. Schon besser. Wir wollen gar nicht hören, ob da zuvor eventuell rosa Elefanten anwesend waren. Jörg Litfin und Petra Standke kommen gut durch, waren bislang 7,8 Sekunden vor Anja und verlieren hier 9 Sekunden. Es wird spannend im hinteren Feld der Volvos, denn auch Jürgen Krause und Philpp Nenninger besiegen einige der Dämonen und vergolden das Feld von hinten. Das klingt albern, aber wer nun den Bergring einmal auf Zeit gefahren ist und annähernd bei Verstand bleibt, kann dem folgen.

WP6 – Gemäß der Startfolge des Schottercups entscheidet sich zunächst, dass Litfin in WP6 zu Frese 3 Sekunden heraus fährt. Die Argumente von Anja mit dem größeren Kieselstein und sonstwas, das wollen wir hier gar nicht hören. Das erwirkt fast 2 Sekunden im Gesamt an Vorsprung. Krause arbeitet erfolgreich an der Bewältigung der Zögerlichkeit und behält die Nase vor Gernot.
Proteste gegen das vorliegende Ergebnis des 5. Laufes zum Schottercup 2019 sowie 6. Lauf des VOC 2019 richte man, nach Entrichtung des vorgesehenen Protestgeldes, gut fomruliert an die zuständige Instanz.

Wir haben Team Fritsch und Team Erndl vermisst. Aber manchmal passen Raum, Zeit und diverse Geschehnisse nicht so zusammen, dass man sich dem Rallyetreiben am Bergring widmen kann. Schön den alten Künstler Jochen Walter gesehen zu haben sowie den alten – quatsch, schnell wie ein junger Hase Andreas Leue. Wunderbar, dass Patrick Rodewald als junger Kerl eine feine Kostprobe seiner bislang top-VOC-Saison zeigt. Nicht ganz nebenbei angemerkt übernehmen Rodewald/Kaiser aktuell die Führung im Schotter-Cup 2019 ein! Weder alt noch jung führt Martin Gerstenberger den ,Alten‘ artgerecht aus und wird einige Wochen ein wundersames Grinsen durch den Alltag tragen. Erwähnenswert, gar bemerkenswert Jeffrey Wiesner mit Marcel Eichenauer, die im ,bösen‘ Volvo al-a Dondo wahre Rallye-Kunst vorführen. Sie erreichen das Ziel nicht. In der letzten WP versagt, bestimmt aus massivem Grund ein Teil des vorderen Fahrwerks und sie bleiben an einem der blöden Tore Eingang Arena abrupt hängen.

Sehr schöner Rallyesprint! Dank an den Veranstalter und die vielen Helfer, die es uns, den VOC- und den Schotter-Cup Teams ermöglichten hier detaillierte Studien zu feinem Staub und der Sache mit dem Schwung durchzuführen.

Euer Kalle

Text: Volvo Original Cup; Bilder: Cornell Hache und Stephan Metzker