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Reparatursatz Leitungen Tempomatschalter

Volvo 940, 740, 760

18.02.2019

Anleitung zur Reparatur der Leitungen für die Tempomatfunktionen am nicht mehr lieferbaren Lenkstockschalter für den Volvo 940.


Der Lenkstockschalter für die Volvo 940 mit Tempomat ist seit einiger Zeit nicht mehr lieferbar und die funktionierenden Gebrauchtteile werden auch immer weniger. Deswegen gibt es jetzt eine Reparaturlösung für den häufigsten Fehler an den Schaltern: Einen Leitungssatz für die Tempomatfunktionen. Die Leitungen sind häufig dort gebrochen, wo sie in den Lenkstock hineinlaufen.
Diese Reparaturlösung erfordert gewisse Fertigkeiten, stellt den versierten Schrauber aber nicht vor unlösbare Aufgaben.
Man sollte sauber löten können, die Leitungen müssen an der Schalterplatine angelötet werden.
Ferner ist ein klein wenig Geschick bei der Zerlegung und beim Zusammenbau erforderlich sowie ein sauberer Arbeitsplatz, an dem Kleinteile nicht gleich im Nirvana verschwinden können.
Diese Reparatur sollte nicht bei kalten Temperaturen ausgeführt werden, weil empfindliche Kunststoffteile demontiert werden müssen, die dann viel leichter brechen.
Der Lenkstockschalter ist in jedem Fall auszubauen und die eigentliche Reparatur an einem gut beleuchteten, sauberen Arbeitsplatz durchzuführen. Teppichboden könnte hier hinderlich sein, falls mal Kleinteile herunterfallen sind sie ziemlich sicher verschwunden.


Erforderliches Werkzeug:

-Elektronik-Lötkolben und Lötzinn sowie Flußmittel
-Entlötpumpe und/oder Entlötlitze
-Multimeter oder Durchgangsprüfer
-Zwei kleine Schlitzschraubendreher
-Telefonzange
-Seitenschneider
-Abisolierzange
-Crimpzange
-Pinzette mit flachen, breiten Spitzen wie im Bild. Die Spitzen müssen ganz leicht nach innen gebogen sein. Ohne eine solche Pinzette bekommt man den Schieber nicht wieder montiert!


Nach dem Ausbau des Lenkstockschalters löst man als erstes die Zugentlastung für den Leitungsstrang vor der unteren Befestigungsschraube des  Schalters und nimmt diese dann von der Leitung ab.
Danach hebelt man die Blende vom Schiebeschalter für das Einschalten herunter, der ist relativ mittig mit zwei Rastnasen im Schieber darunter eingerastet. Das geht am Besten, wenn man beidseitig aussen unter die Blende hebelt. Aber vorsicht dabei, unter dem Schieber kommt eine kleine Feder heraus, die auf eine Kugel drückt, die für das Einrasten zuständig ist. Die Feder fliegt gern mal weg. Die Teile alle entnehmen, dann kommt auch nichts weg.


Danach sieht man auf der Vorderseite aussen in dem Ausschnitt des Schiebers die Rastnase von der Seitlichen Tastenblende, die andere ist auf der Rückseite ganz aussen, direkt vor der Blende. Beide ausklinken und man kann den Taster samt Rahmen, Feder, Kontaktschieber und der Pertinaxunterlage entnehmen.


Die Platine liegt nun frei. Diese kann man jetzt vorsichtig mit einer Telefonzange aus ihrer Führung ziehen, dabei die Leitungen von der Lenksäulenseite immer nachführen. Den Isolierschlauch dazu bis zum Anschlag vor den Stecker schieben. Dabei unbedingt darauf achten, das der Schieber von dem Schalter nicht mit aus dem Lenkstock herauskommt!
Wenn der Schieber unkontrolliert rausrutscht, fliegen die beiden Kontaktplättchen weg und die Federn darunter sind ganz schnell verschwunden, weil sie wirklich winzig sind. Wenn die Platine weit genug herausschaut (gut 1cm) kann man den Schieber entnehmen. Dabei von innen mit einem Schraubenreher vorschieben. Dann mit der Pinzette so greifen, das die Kontakte und Federn nicht herausrutschen können, und herausziehen. Federn und Kontakte entnehmen oder mit einem Klebestreifen sichern, die fliegen sonst von alleine weg.
Diese Federn sind aus diesem Grund vorsichtshalber in dem Reparatursatz enthalten!


Die Leitungslänge reicht vollkommen um die Platine soweit herauszuschieben, das man ordentlich löten kann. Den alten Leitungsstrang nun ablöten und merken, wo welche Leitungsfarbe angelötet war. Bevorzugt dabei eine Entlötpumpe verwenden um das alte Lötzinn zu entfernen, damit ist später die Gefahr kalter Lötstellen geringer. Wenn man sauber entlötet sind auch die Bohrungen in der Platine gleich vernünftig frei.
Nun kann man den alten Leitungsstrang zur Lenksäulenseite hin herausziehen.


Die neuen Leitungen einzeln von der Schalterseite in Richtung Lenksäule durchschieben. Wenn die Leitung an der Lenksäulenseite angekommen ist, mit der Telefonzange etwas hochbiegen und nachziehen. Dann die nächste ansetzen und mit der vorherigen mittels durchziehen etwas unterstützen. Das ist etwas fummelig, vor allem bei den letzten beiden.


Wenn alle Leitungen durch den Lenkstock geschoben sind, wird der Schlauch auf der Lenksäulenseite über die Leitungen geschoben. Wenn er etwa in seiner Position sitzt, könne die einzelnen Enden abisoliert werden. Dieses bitte nicht vorher machen, das würde das Durchschieben durch den Lenkstock und durch den Schlauch nur erschweren.


Platine mit den neuen Leitungen verlöten. Dazu die äusseren Leitungen durch die Bohrungen schieben und die Litze flach auf die Platine drücken, damit die Lötstellen nicht zu hoch werden. Zu hohe Lötstellen können die Montage des Schiebers verhindern.


Nun können die Steckkontakte aufgecrimpt werden. Dabei bitte Folgendes beachten: In dem dem kleinen Ring auf der Steckerseite wird das abisolierte Stück vercrimpt. Der mittlere Ring bleibt wie er ist, er ist die Führung im Steckergehäuse. In dem leitungsseitigen Ring wird die Isolierung mit eingecrimpt. Es sind dafür zwei verschieden Crimpgrössen am Werkzeug notwendig!


Jetzt wird die Platine zum Teil in ihre Führung geschoben, dabei auf der Innenseite die Leitungen nachziehen, sonst klemmt das recht schnell.
Soweit hineinschieben, das die äusseren beiden Lötstellen etwa bündig mit dem Ende des Lenkstocks sind.


Nun wird der Schieber montiert: Feder des Kontaktes in die Führung stellen, Kontakt einseitig einhängen, mit der Führung die Feder hinunterdrücken, die Feder dabei abstützen, damit sie nicht herausrutscht und den Kontakt auf der anderen Seite einhängen.
Den ersten Kontakt nun mit einem kleinen Streifen Klebeband am Schieber sichern, anschliessen den Zweiten auf die gleiche Weise einhängen.


Wenn beide Kontakte mit den Federn sitzen, Schieber beidseitig mit der Pinzette auf Höhe der Federn greifen und Klebestreifen entfernen. So den Schieber nun in seine Führung in dem Lenkstock einführen und mit der Pinzette dabei halten bis die Federn soweit drin sind, das sie seitlich nicht mehr herausrutschen können. Nun die Platine zusammen mit dem Schieber in seine endgültige Position drücken. Dabei müssen die Leitungen auf der Lenksäulenseite immer etwas nachgezogen werden.


Jetzt kommt noch die Set-Taste an ihren Platz. Erst die Pertinaxunterlage, dann die Feder, dann der Kontaktträger und zum Schluß Taste und Rahmen. Einrasten, fertig. Darauf achten, daß dabei nichts verkantet oder die Feder umfällt, schön gerade führen. Dann die Kugel, Feder und Blende des Schiebers montieren.


Nun wird der Schlauch so ausgerichtet, das sein Ende mit der Zugentlastung am Schaltergehäuse eingeklemmt werden kann. Genug Spiel für die Blinker- und Fernlichtbetätigung lassen!
Schlauch dann noch etwas einschrumpfen und Zugentlastung einrasten.


Jetzt noch die gecrimpten Steckverbinder in der richtigen Reihenfolge im Steckergäuse einrasten. Dabei nichts verwechseln, die bekommt man nur mit einem Entriegelungswerkzeug wieder demontiert, welches ansonsten hier eigentlich nicht nötig ist.


Vor der Montage des fertigen Schalters möglichst die Schalterfunktionen nach Schaltplan mit Multimeter oder Durchgangsprüfer testen. Wenn die Platine nicht perfekt in ihrer Position sitzt, kann es zu Fehlfunktionen kommen. Die Platine muss bis zum Anschlag des Sitzes eingeführt werden!
Sollte der Schieber nicht wie gewohnt rasten und zurückfedern, stimmt die Position der Platine nicht. Dann ist der Tastweg der "Set"-Taste meist auch zu kurz oder die Blende passt nicht.

  • Diese Hinweise dienen nur zur Orientierung und ersetzen nicht die Einbaurichtlinien der Fahrzeughersteller! Alle Angaben ohne Gewähr!

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