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Reiseblog: Stockholm - die grüne Kulturmetropole am Wasser

12.09.2010

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Skandinavien-Tour Sommer 2010


Der Skandinavien-Experte und Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch Schweden und Norwegen. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Die Hauptstadt von Schweden verteilt sich über 13 Inseln, die über ca. 50 innerstädtische Brücken miteinander verbunden sind. Selbst in den zentralen Innenstadtbereichen habe ich oft gar nicht das Gefühl in einer Millionen-Stadt zu sein, da der nächste grüne Park nicht weit entfernt ist oder über die nächste Wasserfläche garantiert eine Vielzahl von kleinen und großen Fähren, Transportschiffen und Segelschiffen flitzen. Stockholm dürfte wohl die einzige Hauptstadt sein, in deren Gewässer man Lachse Angeln und Baden kann. Wenn man hier keine Lust mehr hat auf städtisches Getümmel, fährt einfach mit einem der Ausflugsboote ins wasser- und waldreiche Hinterland!
Auch mitten im Stadtgebiete gibt es herrlich gelegene Oasen der Ruhe, die wie der „Djurgarden“ mit ausgedehnten Wäldern, Cafes und Spazier- und Radfahrwegen locken. Die Innenstadt mit ihren prachtvollen Boulevards wirkt für mich auf den ersten Blick etwas nordisch unterkühlt und mit Ihren breiten Hauptstraßen sehr weiträumig.

Bootstrip

So mache ich auch erstmal einen gemütlichen Bootstrip, um die Stadt vom Wasser kennen zu lernen. Durch zahlreiche Kanäle geht es vorbei an zahlreichen kleinen Häfen. Ich bewundere die hohe Lebensqualität, die man hier genießt: Viele können im Sommer direkt aus Ihrem Wohnhaus umsteigen auf das eigene kleine Boot oder ins Kajak und im Winter die zugefrorenen Seen als Schlittschuh- und Spazierflächen verwenden. Dieser Trip startet übrigens in unmittelbarer Nähe des „Stadhuset“, in dem der Nobelpreis jedes Jahr verliehen wird.

Gamla Stan - die wunderschöne Altstadt

Im Juni waren hier vor dem Schloss mehr als eine halbe Million Menschen und jubelten, als die Kronprinzessin Victoria nach dem Vorbild ihrer Mutter einen „bürgerlichen“ heiratete. Doch auch so drängeln sich im Hochsommer täglich Tausende durch das Labyrinth der gepflasterten Gassen, um sich die vielen kleinen, verspielten Fachwerk-Häuschen anzuschauen, in einem der kleinem Lädchen umschauen oder sich das riesige opulente Königliche Schloss anschauen, das mit seinen über 600 Zimmern noch heute das weltweit größte Schloss ist. Einige der prunkvollen Gemächer, die königliche Schatzkammer oder z.B. die „Rüstkammer“ können besichtigt werden.
Fast alle Wege führen hier ans Wasser: Nie ist die nächste Kneipe oder ein schickes Uferrestaurant weit, in der man umspielt von einer kühlenden Brise dem Strom der Menschen zuschauen kann. Beim Schauen merke ich schnell, dass das Klischee der „hübschen-(blonden)-Schwedin“ hier eine sichere Basis in der Realität findet :-)
Und irgendwo fährt immer eine der Personenfähren, die wie Busse oder Straßenbahnen benutzt werden und Touristen eine gute Möglichkeit geben, die Stadt für wenig Geld vom Wasser zu sehen.

Die Vasa

Museumfans kommen in der Hauptstadt voll auf ihre Kosten: Für fast alles von „Abba“ bis zum „Technischen Museum“ gibt es in über 70 städtischen Museen etwas zum Schauen. Auch wenn ich sonst (im Sommer schon gar nicht) eigentlich kein Museum-Fan bin, so beeindruckte mich doch das Vasa Museum, das ein original Kriegsschiff aus dem Jahre 1628 zeigt. Das Schiff war bei seiner Jungfernfahrt im Hafen von Stockholm gekentert und mit Mann und Maus untergegangen. Wer vor dem fast 50 m hohen Schiff steht, wird bald auch ohne Erklärungen verstehen, warum das Schiff so schnell unterging: Die Unterbauten des mächtigen Kriegsschiffes waren einfach im Verhältnis zu den den oberen Decks mit den schweren Kanonendecks viel zu niedrig und zu leicht. Doch der schwedische König bestand auf die schweren Kanonen, was zur Folge hatte, dass niemand für den Untergang zur Rechenschaft gezogen wurde: Der König selbst hatte die Baupläne geändert und dieser war nunmal unfehlbar! Über 300 Jahre vermoderte das Schiff im Hafen, bis es 1961 geborgen wurde. Mit ihm aus dem Wasser kamen die bemerkenswert gut erhaltenen Überreste einiger Opfer des Unglücks, die man sich ebenfalls anschauen kann. Wer danach etwas „leichtere“ Kost braucht, kann sich im Gewühl des nahe gelegenen Vergnügungsparks „Gröna Lund“ wortwörtlich in in die Tiefe stürzen.

Abstecher nach Osten

Doch auf mich wartet nun ein garantiert sicheres Schiff: die Fähre der Viking Line, die auch mitten im Stadtzentrum ablegt und mich für einige Tage zu einem Abstecher nach Stockholm und Tallinn bringen wird. Von dort aus, soll es über die Aland Inseln zurück Schweden und weiter nordwärts gehen.

Wie es weiter geht, können Sie in einem der nächsten Webblogs hier lesen ...

Einige besondere Tipps

Stockholmskortet
Sehr empfehlenswert ist der Erwerb einer „Stockholmskortet“, siehe Link. Diese gilt nach Erwerb für 1, 2 oder 3 Tage und kostet maximal 650 SEK (Ca. 65 Euro für 3 Tage). Die Karte bietet freien Eintritt zu zahllosen Museen, verbilligte Eintrittsgelder zu Attraktionen und zu diversen Ausflügen (auch Bootstouren und innerstädtische Fähren). Darunter fallen auch eine ganze Menge Hotels, die man sonst für weit mehr Geld buchen müsste.
Besondere, empfehlenswerte Schiffsausflüge führen z.B. zu den Schären im Osten oder auch zu Tucholskys Märchenschloss Gripsholm (nahe Mariefred).

Stockholm-a-la-card
„Stockholm-a-la-card“ (www.destination-stockholm.com) ist eine stark verbilligte Möglichkeit (ab ca. 400 SEK, statt 750 SEK z.B.), in der Hauptreisezeit zwischen Mitte Juni und Mitte August Hotelzimmer zu bekommen. Zusätzlich bekommt man auch billigere oder gratis Tickets für Museen, Schiffstouren und vieles andere.
In jedem Fall empfiehlt es sich in der Sommerzeit sehr, Unterkünfte vorab zu reservieren. Über die Web-Site der Touristeninformation kann man jede Menge Unterkünfte buchen, allerdings sollte man besonders bei günstigen Unterkünften darauf achten, wie weit diese tatsächlich vom Stadtzentrum entfernt sind.
Ein einzigartiger Platz, sein Haupt zu betten, ist ein Bett im Schlafsaal des Segelschiffs „AF Chapman“, das zu einer Jugendherberge auf der zentrumsnahen Insel Skeppsholmen gehört. Ansonsten sind viele Hotelzimmer im Sommer an den Wochenenden günstiger, da sie überwiegend für Geschäftsreisende ausgelegt sind. Die Hochsaison geht von Mitte Juni bis Mitte August.

Radeln
Auch wer keine Mammut-Fahrradtour macht und trotzdem gerne mal aufs Rad umsteigt, kann sich an ca. 70 Stellen City-Bikes in Selbstbedienung mieten (www.stockholmcitybikes.se). Die Stadt wird durchzogen von einem ausgezeichnet ausgeschilderten Radwegenetz, das sich bis in in die Vororte zieht und oft Radeln auf separaten Wegen ermöglicht.

Anreise
Der wichtigste Flughafen Arlanda wird von den zahlreichen Fluggesellschaften angeflogen. Wer in den Randzeiten der Sommersaison fliegt, also z.B. in der ersten Junihälfte oder der zweiten Augusthälfte, kann vergleichsweise günstige Flüge z.B. bei Germanwings, TUIFly oder Air Berlin ergattern.
Per Bahn ist Stockholm mit allen größeren Städten in Schweden verbunden. Preise und Infos unter www.sj.se.
Per Schiff gelangt man von Stockholm z.B. mit Viking Line nach Finnland, auf die Aland Inseln oder nach Estland.

Die Auflistung gibt natürlich nur ein paar Anregungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit… Viel Spaß!

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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