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Reise-Blog: Die alte Hansestadt Bergen

10.09.2014

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Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Abstecher in die alte Hansestadt Bergen

Für mich gleicht die Umgebung der alten Hansestadt einem „Schweizer Käse“, nur leider sind die Löcher kilometerlange, stark befahrene Tunnel, die für Radfahrer wegen der Abgase gesperrt sind und so steige ich notgedrungen 70 km vor Bergen in einen Regionalzug um, der mich mitten ins Herzen der zweitgrößten Stadt Norwegens bringt.

Die ca. 250.000 Einwohner zählende Stadt war und ist wohl schon immer die internationalste Stadt Norwegens gewesen. In früheren Zeiten durch den Handel der Hanse mit Fisch und Fellen, die vom hohen Norden Norwegens hier runtergebracht wurden und in den heutigen Zeiten wegen der vielen Touristen, die nicht nur die Stadt besichtigen, sondern hier auch die Seefahrt mit den legendären Hurtigruten beginnen, die seit 120 Jahren auf ihrer über 2.500 km langen Fahrt nach Kirkenes an Grenze zu Russland fährt.

Vom Reichtum längst vergangener Zeiten künden die hölzernen Speicherhäuser der „Bryggen“, dem mittelalterlichen Wahrzeichen der Stadt, das auf auf der Liste des Weltkulturerbes der Unesco zu finden ist. Da die krummen, reichverzierten, bunten Holzhäuser einst der Sitz vieler deutscher Kaufleute waren, nannte man diese kleine Speicherstadt einst „Tyske byrggen“, also in etwa „deutscher Lagerplatz“. Der Zusatz verschwand verständlicherweise nach dem 2. Weltkrieg aus dem Namen. Ein Gang durch das Gewirr der dunklen Gassen ist ein absolutes Muss!

Der Fischmarkt

Auch wenn man in norwegischen Witzen gern spottet, dass die Bergenser Kinder bereits mit Regenschirm und Regenjacke zur Welt kommen und 250 Regentage eine eindeutig feuchte Statistik sind, spannt sich tagelang wolkenloser Himmel über mir!

Der berühmteste Markt Norwegens liegt nur ein paar Schritte entfernt von der Byrggen, ist mit Ausnahme der Sonntage täglich zu bewundern und bietet nicht nur z.B. Lachs, Dorsch oder die gigantischen Königskrabben, sondern auch die Chance mal norwegische Spezialitäten wie Elch- oder Rentiersalami zu kaufen und die leckersten Erdbeeren und Himbeeren der Welt zu verköstigen. Kein Wunder, dass viele Früchte so süss schmecken - wo sonst hat man bis zu 18 Stunden Sonne am Tag?

Wer Fisch in größeren Mengen will, sollte sein Glück allerdings besser in den angrenzenden Seitenstrassen versuchen, da man die Preise auf dem Fischmarkt etwas „touristisch nach oben“ angespasst hat.

Mit der Standseilbahn kann man vom Zentrum auf den ca. 320 hohen Berg Fløyen fahren und eine wunderbare Aussicht über die Stadt geniessen.

Neben all diesen Attraktionen, die im Sommer natürlich stark frequentiert sind, sollte man auch einfach die wunderbaren engen, kopfsteingepflasterten Gassen der älteren Stadtteile erforschen und die behaglichen, schrulligen Holzhäuser in allen Farben zu bewundern. Dorthin verirren sich Touristenhorden viel seltener.

Auch die Umgebung hat viel zu bieten

Wer nicht soviel Zeit für einen längeren Aufenthalt hat, und einen kleinen Einblick in die gigantische Fjordwelt bekommen möchte, sollte über den Tagesflug „Norwegen in der Nussschale“ nachdenken: Per Zug geht es nach Myrdal, wo man in die spektakuläre Flåmsbana umsteigt, die auf dem Weg zum Fjord und Dorf Flåm auf einer Strecke von 20 km einen Höhenunterschied von über 1.000 Metern überwindet. Danach schippert man gemütlich vorbei an wilden Wasserfällen und traumhaft gelegenen Dörfern durch den von dramatischen Bergen eingerahmten Nærøyfjord nach Gudvangen, wo die Rückfahrt am selben Tag mit Bus und Zug nach Bergen führt.

Doch auf mich wartet nun per Pedalpower das Fjordland und mit unzähligen Höhenmetern zwischen Fjorden und Fjells. Einen kleinen Ausschnitt wie es weiterging lesen Sie in der nächsten Folge.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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