SKANDIX Aktuell: Reiseberichte aus der Welt der Volvos und Saabs http://www.skandix.de/de/aktuell/rubrik/reise-blog/ Aktuelle Meldungen rund um die Themen Volvo, Saab, Motorsport, Fahrzeugteile, Veranstaltungen sowie Pressemeldungen von SKANDIX. de_DE Mon, 12 Mar 2018 00:00:00 +0100 Mon, 12 Mar 2018 00:00:00 +0100 240 Schwedische Nostalgie Tankstelle http://www.skandix.de/de/aktuell/schwedische-nostalgie-tankstelle/1771/
Diese stimmungsvollen Fotos erhielten wir von Reisejournalist und Fotograf Reinhard Pantke während seiner letzten Schweden-Tour.

Die Bilder sind im Freilichtmuseum „Jamtli“ in Östersund entstanden. Sie zeigen eine originalgetreue Tankstelle aus den 50er Jahren zusammen mit 2 prachtvollen Fahrzeugen aus dieser Zeit:
Volvo PV 444
Volvo Amazon, frühe Serie

Das Freilichtmuseum hat noch mehr zu bieten. In den Dauerausstellungen wird die Kulturgeschichte der Region Jämtland von der Eiszeit bis in die Gegenwart dargestellt. Es werden u.a. Szenen aus dem Alltagsleben im 18. und 19. Jahrhundert gezeigt, belebt durch Schauspieler, die einen in die damalige Zeit hineinziehen.

Vielleicht hat ja der eine oder andere auch Lust bekommen, beim nächsten Schweden-Urlaub dem „Jamtli“ einen Besuch abzustatten. Der Freilicht-Themenpark des „Jamtli“ Museum ist nur im Sommer von Mitte Juni bis Mitte August geöffnet. Die übrigen Ausstellungen sind das ganze Jahr über geöffnet. Weitere Infos finden sich unter den nachfolgend genannten Links.

Reinhard Pantke ist im vergangenen Jahr zu allen Jahreszeiten über 4 Monate in Norwegen und Schweden unterwegs gewesen und zeigt die vielfältigen Eindrücke seiner Reisen in einer digitalen Dia- und Filmshow. Termine und vieles mehr gibt es auf seiner Seite www.reinhard-pantke.de.

Fotos: Reinhard Pantke

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Mon, 12 Mar 2018 00:00:00 +0100 http://www.skandix.de/de/aktuell/schwedische-nostalgie-tankstelle/1771/
Baltic Sea Circle 2015 - Team Heinrich und die Reise um die Ostsee http://www.skandix.de/de/aktuell/baltic-sea-circle-2015-team-heinrich-und-die-reise-um-die-ostsee/1546/
8200 km in 16 Tagen in einem 93er Volvo 245. Einmal um die gesamte Ostsee durch 10 Länder. Vom Start in Deutschland (Hamburg) über Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen landete das Team punktgenau auf der Start- und Zielgeraden schließlich wieder in Hamburg.

Es war die Reise ihres Lebens. Und es gibt wohl kaum Worte, die beschreiben können, mit welchem Gefühl das Team Heinrich nach Hause kam. Für den Rest haben die drei Abenteurer mal diesen Versuch hier unternommen:


Der Startschuss

Was für ein Anblick. Ein Trabant bläßt Ruß in Richtung Elbe, ein gewaltiger Feuerwehrwagen rollt an uns vorbei, Team Super Sonic feiert und tanzt in amerikanischen Einteilern und die Volvo Fraktion rollt lässig zur Startrampe. Wir, drei wagemutige, junge Herren mit Führerschein und fehlendem Schrauberwissen, treffen die letzten Vorkehrungen und erfreuen uns an all den euphorisierten Blicken. Wir sind immer noch etwas ungläubig. Aber es scheint jetzt wohl los zu gehen. Dann rein ins Auto. Am Hamburger Hafen ertönt der Startschuss...

Wir rollen langsam zur Startlinie, „Maschine“ begrüßt uns mit einem herzlichen „Hallo“ und der Frage, wer denn eigentlich Heinrich sei. Da wir das selbst nicht wissen, flüchten wir uns in ein verstohlenes Lächeln und hanebüchene Erklärungen. Dann winkt er uns durch und wir sind auf der Straße. Erstes Ziel: Dänemark. Korrektur Ziel: Erst einmal aus Hamburg rausfinden. Denn da war ja noch etwas mit den Regeln. Die besagen: Keine Autobahnen, kein GPS.

Glücklicherweise wurde erstere Regel gleich mal für den ersten und den letzten Tag aufgehoben, so dass wir schnurstracks die dänische Grenze erreichen. An der Fähre kommt es dann zu ersten Berührungen mit schwedischen Fans und einem Wetterbericht, der leider nicht lügt. Die Östersundbrücke versinkt im Regen und Oswald durchläuft seine Jungfernfahrt. Und wie es sich für einen echten Schweden gehört, gleitet er majestätisch dahin.

Die zweite Taufe

Wir lassen Dänemark hinter uns und quartieren uns bei anhaltendem Starkregen des Nachts in einem schwedischen Wald ein. Kein optimaler Start befinden wir, lassen unsere Laune davon jedoch nicht trüben. Denn bereits am nächsten Abend werden wir für alles entschädigt. Wir dringen tief ins Herz Schwedens vor, tief hinein in diese beeindruckenden Wälder und zum ersten Mal bekommen wir Rallyegefühle.

Auf der Suche nach einigen Findlingen und einem geeigneten Schlafplatz, treiben wir uns auf entlegenen Feldwegen herum und Christian beschließt, Oswalds zweite Taufe gleich hier und jetzt stattfinden zu lassen. Übersetzt: Er gibt ordentlich Gas. Hinter uns nur noch Staub und allerlei Geäst, was nur so herumfliegt. Die Kurven werden hart geschnitten, die Bremsbeläge auf Tauglichkeit untersucht und dass er die Finger von der Handbremse lässt, wundert uns ein wenig. Oswald und seine vier treuen Gefährten an den Achsen macht das ganze Manöver nichts aus. Natürlich nicht.

Am Ende des Tages grillen wir an einem See und wissen schon jetzt, wo wir morgen früh baden gehen.

Im Jahr 1990?

Unser Weg führt uns in den kommenden Tagen in immer nördlichere Gefilde. Die Landschaft wird rauer, die Temperaturen sinken, das Material wird zunehmend stärker beansprucht, unser Reisetempo pegelt sich auf durchschnittlich 70 km/h ein. Am Ende des vierten Tages erreichen wir den Polarkreis, 24 Stunden später stehen wir mit einem kühlen Bier bei herrlicher Mitternachtssonne auf den Lofoten und feiern zusammen mit den anderen Teams das Team Heinrich, alle Anderen und das gewaltige Lagerfeuer, dass da so vor sich hin zündelt.

Ab jetzt verabschiedet sich die klassische Nacht für sechs Tage und wir verlieren endgültig den Bezug zu Zeit und Raum. Wir fahren, wenn es irgendwie geht, verbringen die weißen Nächte an Seen, in den norwegischen, finnischen und russischen Wäldern, erreichen das Nordkap bei Regen und 2 Grad auf dem Thermometer und leben in einer Blase, die uns vor fast allem schützt und durchweg gute Laune verbreitet.

Es wird immer unwirklicher und den vorläufigen Höhepunkt dazu gibt es an der finnisch-russischen Grenze. Dort werden wir Zeugen eines etwas absurden Schauspiels, dass uns gefühlt in die Zeit um 1990 zurück versetzt. Wir haben kaum verwertbare Grenzerfahrungen, doch so muss es damals ungefähr gewesen sein. Grimmige, spaßbefreite Beamte, die stur einem Plan folgen, der uns nur wenig schlüssig erscheint und in Sachen Zeitmanagement erheblichen Verbesserungsbedarf aufweist. Wir halten uns mit Vorschlägen zurück und sind froh, als wir den letzten Grenzposten, der aus einem Beamten und einer Brett-Schranken-Konstruktion besteht, passieren.

Was dann folgt, verdient eine neue Definition des Begriffes Straße und geht als ultimativer Reifen- und Stoßdämpfertest in die Geschichte ein. Auf einer Strecke von gut siebzig Kilometer türmen sich Bodenwellen vor uns auf, die jeden Blick auf die Straße versperren. Schlaglöcher, groß wie Sandkästen, vor denen so halbherzig mit einem Schild gewarnt wird, dass wir es nicht ernst nehmen können. Manchmal haben wir das Gefühl, die Erde würde sich vor uns auftun und nur ein beherztes Herumreißen des Lenkrades, würde uns retten. Wir könnten diese Verhältnisse verurteilen, doch eigentlich denken wir nur eines: Endlich wieder Rallyegefühle! Mit 80 km/h donnern wir über die Piste. Es ist ein ständiger Wechsel von Beschleunigung, hartem Bremsen, Lenkmanövern, das unangenehme Geräusch des Aufschlagens, der Geruch von Reifen und dem zwiegespaltenen Emotionen der Insassen aus wahrer Freude und großer Sorge.

Angekommen auf einem asphaltierten Stück Lebensqualität, steigen wir kurz aus, um einen Blick auf unser Gefährt zu werfen. Einhellige Meinung: Alles noch dran. Sehr gut!

Ein Erlebnis nach dem Anderen

Auf so viel Spaß folgt die große Langeweile. Die 1500 km zwischen Murmansk und St.Petersburg sind in etwa so spannend wie die ersten 100 Seiten der Buddenbrooks. Wir kämpfen zunehmend mit der Müdigkeit, der Fahrer muss nun häufiger gewechselt werden. Dafür erleben wir wie erwartet in St.Petersburg eine rauschende Nacht, mit russischer Gastfreundschaft, viel Vodka und einem Hotel das glücklicherweise nur 300 Meter von der Strandbar entfernt liegt. Zurück auf der Straße verbinden wir unsere Wunden und tragen unsere Sonnenbrillen zur Schau. Auf zur nächsten Party, auf nach Estland.

Die Esten haben in einem Wald bei Rudsilla ein Indianerdorf errichtet, dass so perfekt ist, dass man direkt einziehen möchte. Riesige hölzerne Zelte, zum übernachten und speisen. Eine Sauna, direkt in den Boden gebaut, davor ein kleiner Bach, der zur Erfrischung dient. Auch hier wieder Lagerfeuer, estisches Bier und allerlei Romantik. Eindeutig unter den Top 3 dieser Reise.

Am nächsten Tag kommt es dann zur letzten Reifenprüfung. Dafür haben wir uns ein lauschiges Plätzchen in einem lettischen Wald ausgesucht, dass aufgrund der wieder zurückgekehrten Nacht kein Problem, aber eine Aufgabe darstellt. Wir verabreden uns mit einem anderen Team, um dort zu zelten und verlassen uns auf so konkrete Angaben wie: Wald, Nähe Campingplatz, 500 m vor der Tankstelle links einbiegen, nach 400 m müsstet ihr ein Licht sehen. Wenn nicht, seid ihr falsch abgebogen.

Auftrag verstanden und direkt falsch abgebogen. Der Waldweg ist eng, die Tannen biegen sich bedrohlich nach innen, die Wurzeln der Bäume ragen so hoch aus dem Boden heraus, dass man annehmen könnte sie versuchen einen Trail Pfad zu errichten. Oder irgendetwas mit viel Spaß für Mountainbiker. Für Autos eher ungeeignet. Wäre da nicht der unverwüstliche Oswald. Er kommt zwar reichlich in Schräglage und unser Tempo gleicht eher dem eines gemütlichen Spaziergängers, doch er meistert auch das. Nach gut 700 m haben auch wir begriffen, dass da kein Licht mehr kommt und weil ein Waldweg meist eine Einbahnstraße ist, ist allen Beteiligten klar, was das bedeutet. Zieht die Radmuttern nach, wir fahren zurück!

Das war knapp!

Die letzten Tage verbringen wir mit dem Betrachten von Warnsignalen im Armaturenbrett, von denen wir siegessicher sagen, dass sie nichts zu bedeuten haben. Wir reißen Kilometer um Kilometer ab. Wir durchqueren Litauen, Kaliningrad, Polen und schließlich die deutsche Grenze. Wir sind inzwischen sehr müde und freuen uns über die erste Dusche seit drei Tagen. So können wir ins Ziel fahren, denken wir uns. Und weil wir bei dieser Rallye immer irgendwie hinterher hingen und hinterher fuhren, wird es auch nun noch einmal verdammt knapp.

Wir beginnen zu rasen, nehmen nun endlich wieder die Autobahn, geraten natürlich in einen Stau und kommen zwanzig Minuten vor sechs in Hamburg an. Um in die Wertung zu kommen, haben wir nun also zwanzig Minuten Zeit, um es bis zum Hafen zu schaffen. Das sollte doch wohl möglich sein. Sollte... Wir verfahren uns natürlich noch einmal, fahren an der Ziellinie vorbei und um Punkt 18 Uhr sehen wir die schwarz weiß karierte Fahne vor unserer Motorhaube. Wir haben es geschafft. Wir haben die Ostsee umrundet. Oswald war durch nichts zu erschüttern. Alles sitzt dort, wo es hingehört. Und wir, Team Heinrich, sind sehr, sehr glücklich.

Euer Team Heinrich


Infos

Wann:
13. - 28.06.2015

Wo:
10 Länder - Start/Ziel in Hamburg

Was:
Baltic Sea Circle - 7500km

Teilnehmer:
134 Teams

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Mon, 20 Jul 2015 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/baltic-sea-circle-2015-team-heinrich-und-die-reise-um-die-ostsee/1546/
Baltic Sea Circle 2015 - Team Heinrich und das 16-tägige Roadtrip Abenteuer http://www.skandix.de/de/aktuell/baltic-sea-circle-2015-team-heinrich-und-das-16taegige-roadtrip-abenteuer/1525/
Das Team Heinrich berichtet von seiner aktuellen Teilnahme am Baltic Sea Circle mit einem Volvo 245 durch Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Begleiten Sie die Mitglieder des Teams virtuell beim Abenteuer ihres Lebens!

Die Rallye

Wir und 133 weitere wagemutige Teams, begeben uns diesen Sommer auf die wohl spannendste Reise unseres Lebens. Auf 7500 km durchqueren wir das raue Russland, fahren wir vorbei an weißen, dänischen Stränden, lassen norwegische Fjorde hinter uns, entdecken die finnischen Wälder, grüßen die Welt vom Nordkap aus, reisen auf holprigen Schotterpisten durchs Baltikum und landen am Ende im Heimathafen Hamburg. Oder kurz gesagt: In 16 Tagen um die gesamte Ostsee!

Und das nicht etwa im neuen Land Rover, bewaffnet mit Google Maps und einem großen Bündel Geld in der Tasche. Nein, jedes Team fährt in einem selbst gewählten Oldschool Rallye Wagen, der mindestens 20 Jahre alt ist. Navigationsgeräte, GPS oder andere wegweisende Hilfsmittel, bis auf die gute alte Landkarte, sind tabu. Genauso wie Autobahnen. Da gilt es also der Sonne zu folgen oder dem eigenen Gespür.

Ziel der Rallye ist es jedoch nicht, diese zu gewinnen, sondern möglichst viel Geld für soziale Projekte zu sammeln. Es müssen mindestens 750 Euro zusammen kommen, im besten Falle natürlich gern noch mehr. Die Projekte die unterstützt werden, sind frei wählbar und die Spenden kommen transparent zu 100 % über Helpedia.de bei den Organisationen an. Wir haben uns dazu entschieden, gleich zwei Projekte zu unterstützen: Die Arche e.V. und das Projekt Albanien. Die Arche setzt sich mit ihrer Arbeit gegen Kinderarmut in Deutschland ein. Die Kinder bekommen in den Einrichtungen der Arche täglich kostenlos eine vollwertige, warme Mahlzeit, Hausaufgabenhilfe, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen und vor allem viel Aufmerksamkeit. Das Projekt Albanien ist ein Verein für Entwicklungshilfe für den Bezirk Mirdita in Nordalbanien. Der Verein setzt sich für die Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung der Menschen und für die Weiterbildung von Kindern, Familien, Behinderten und Kranken ein. Das Ziel ist die Förderung der Region Mirdita durch Hilfe zur Selbsthilfe.

Das Team

Das Team Heinrich besteht aus drei jungen Männern, die es bereits auf die Gletscher nach Island, in den Dschungel nach Brasilien und in die brütende Hitze Südafrikas verschlagen hat. Doch im Rallyegeschäft sind wir absolute Neulinge. Christian, freiberuflicher Fotograf und Produktionsassistent bei Filmproduktionen, schlug vor, an dieser Rallye teilzunehmen. In einer lauen Sommernacht in Norwegen, beschlossen er und Martin, dass es eine hervorragende Idee ist, einmal um die Ostsee zu fahren. Christian kaufte dann unseren Volvo 245. Ein schwedisches Bollwerk, das unverwüstlich erscheint und das perfekte Gefährt für diesen Trip ist. Es gibt Menschen, die behaupten, er wäre für genau solche Zwecke konzipiert worden. Martin ist so ein Mensch. Und außerdem freiberuflicher Fotograf und Gestalter und für den Großteil der Texte auf dem Reiseblog www.teamheinrich.tumblr.com verantwortlich. Der Dritte im Team ist Michael, Mathematiker mit Wohnsitz in Österreich. Ein erfahrener Outdoorer, der Viele unserer 13 Sponsoren von unserer Idee überzeugen konnte und dafür gesorgt hat, dass das Projekt Albanien so erfolgreich mit Spenden unterstützt wird.

Der Rallyewagen

Der Sachverständige vom TÜV war nicht nur von Oswalds Erscheinung, sondern insbesondere von seinem Zustand beeindruckt. „Überraschend gut in Schuss.“, hörten wir. Für eine Rallye reichte es allerdings trotzdem noch nicht ganz. Aus diesem Grund haben wir Folgendes noch gemacht oder machen lassen:

Motorraum: Luftfilter getauscht, neuer Ölfilter, neuer Satz Zündkerzen
Fahrwerk: verstärkte Fahrwerksfedern hinten, Koppelstangen ausgetauscht, Fahrwerksbuchsen am Stabilisator erneuert
Sonstiges: Neuer Tankverschluss, Benzinfilter erneuert, neuer Antennenstab, Antennenverstärker, hellere Glühlampen vorne, Motorhaube repariert, Blinker vorne repariert
Extras: Kompass, Pritsche hinten, Dachkorn, zweite Batterie, Wechselrichter

Eine überraschend kurze Liste, wie wir finden. Das spricht eindeutig für den Volvo.

Er vereint ein solides Fahrwerk, mit einer überragenden Zuverlässigkeit, einem hohen Reisekomfort mit ausreichend Platz für 3 Teammitglieder und Equipment, einem verhältnismäßig geringen Spritverbrauch und er macht einfach ordentlich etwas her. Soll heißen: Er sieht verdammt gut aus und passt in seiner gesamten Erscheinung perfekt zum Team Heinrich.

Fortsetzung folgt...

Infos

Wann:
13. - 28.06.2015

Wo:
10 Länder - Start/Ziel in Hamburg

Was:
Baltic Sea Circle - 7500 km

Teilnehmer:
134 Teams

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Fri, 12 Jun 2015 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/baltic-sea-circle-2015-team-heinrich-und-das-16taegige-roadtrip-abenteuer/1525/
Reise-Blog: Die letzten Kilometer zum Nordkapp http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-die-letzten-kilometer-zum-nordkapp/1449/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Dem Nordwind entgegen

Es ist Mitte August geworden, als ich Tromsø verlasse, um die letzten gut 600 km zum Nordkapp in Angriff zu nehmen. Bei frischen 12 Grad und Nieselregen radele weiter in den einsamen Norden Norwegens.

Zu dieser Zeit haben die Wälder hier oben im Norden bereits einen deutlichen „Gelbtouch“ und die Straße wird gesäumt wird von Unmassen großer Pilzgruppen. Ich ärgere mich, dass ich nicht dazu in der Lage bin, die essbaren von den giftigen Sorten zu unterscheiden!

Die Nächte werden wieder richtig dunkel, jeden Tag verliert man hier oben fast zehn Minuten Sonnenlicht, bis die Sonne im November eine mehrwöchige Pause macht und den Polarlichtern die Bühne überlässt. Das heißt jedoch nicht, dass es hier oben im Dezember ganztägig stockdunkel ist: Selbst zur Wintersonnenwende im Dezember wird es gegen Mittag für zwei bis drei Stunden dämmrig und wer Glück hat, sieht in den klaren Nächten Polarlichter über den Himmel tanzen!

Schon jetzt fröstele ich, wenn der Wind aus dem Norden kommt und deutlich macht, dass der erste Schnee in ein wenigen Wochen fallen wird. (Anmerkung: Tatsächlich gab es den ersten Schnee Anfang Oktober!)

Finnmark - die große Einsamkeit

Die Finnmark ist die am dünnsten besiedelte Region Europas. Zwischen den einzelnen Orten, die mit Ausnahme der Stadt Alta nach unserem Verständnis höchstens größere Dörfer sind, wartet die große Einsamkeit Nordnorwegens auf mich: Zwischen den Orten liegen oft 100 km und mehr.

Die Baumgrenze wird immer niedriger und weiter oben radele ich durch tundrenartig weite Landschaften, die von Seen und Mooren durchsetzt sind. Optimaler Lebensraum für unzählige Rentiere, die noch heute oft frei über die Ebenen ziehen und zwischen den Sommerweiden entlang der Küsten und den Winterlagern im Innern wandern. In früheren Zeiten waren sie fester Bestandteil eines in sich geschlossenen Wirtschaftssystems der „Sami“, die grenzenlos durch den nördlichen Teil der drei skandinavischen Länder zogen. Immer wieder kreuzen kleinere Herden von „Santa Claus-Transporttieren“ die Straße und lassen sich selbst von den großen Trucks, die laut hupend heran gebrettert kommen, kaum aus ihrem ruhigen Trab bringen. Allerdings geben sie mir auch gedanklichen Input für das kommende Abendessen: In einem Imbiss gibt es zartes Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffeln.

Dass Menschen mindestens seit 6.000 Jahren in der kargen Finnmark leben, sehe ich im berühmtesten Freiluftmuseum Nordnorwegens: In Alta bestaune ich zwischen 2.000 und 6.000 Jahre alte Felszeichnungen, die von den einstigen Bewohnern, welche als Jäger und Sammler lebten, wohl aus religiösen Gründen oder vielleicht auch aus Langeweile in die Felsen geritzt wurden. Immer wieder sieht man auf den nachcolorierten Zeichnungen Rentiere, Wale, Bären sowie Jagdszenen und die älteste Darstellung eines Menschen auf Skiern!

Die letzten Etappen

Der Wettergott meint es nochmal gut mit mir, als ich von Alta aufbreche: in den rauen Berglandschaften erlebe ich bei 17 Grad den wohl letzten Sommertag des Jahres. Zwei Tage später ist es damit schlagartig vorbei und ich pedaliere in den nächsten Tagen durch dichtesten Nebel, der mich kaum zehn Meter sehen lässt. Es geht hinauf nach Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt. Da ich keine Lust auf über 15 Kilometer Fahrt durch Unterwassertunnel habe, fahre ich per Schiff von Hammerfest nach Honningsvåg.

Nachdem sich der Nebel zwei Tage später endlich gelichtet hat, nehme ich die letzten 35 km auf der extrem bergigen Insel Magerøya unter die Räder. Fast 1.500 Höhenmeter (nur rauf) werden am Abend auf dem Zähler stehen. Durch die kargen Weiten der Insel geht es hinauf zum Nordkappfelsen. Wer Sparfuchs ist, wird hier übrigens fündig: Einfach mal mit dem Rad von Deutschland zum Nordkapp radeln und schon hat man 30 Euro am Eintritt gespart!

Auch wenn das Nordkapp bei Sonne ein schöner Platz sein mag und die Weite der Landschaft beeindruckt, so zieht mir doch am bekannten Globus in erster Linie die Binsenweisheit durch den Kopf, dass der Weg hier hinauf das Wichtigste war. Wenngleich ich schon ein bisschen stolz auf meine Leistung bin, relativiert sich manches, als ich auf dem Rückweg einen Wanderer treffe, der meine Radtour wie einen kleinen Ausflug erscheinen lässt: Mir begegnet ein Deutscher, der in sechs Monaten zu Fuß über 3.000 km von Trelleborg zum Nordkapp gelaufen ist. Welch eine Leistung!

Vier Monate sind vorbei

Der Rest der Reise ist recht schnell erzählt: Mit dem alten Hurtigroutenschiff „MS Lofoten“ geht es nach Kirkenes an der norwegisch-russischen Grenze und von dort aus entlang des Flusses Tenojoki nach Utsjoki an der Grenze zu Finnland. Dort endet im September nach 4 Monaten die Radtour und es geht mit Zug, Bus und Fähre zurück nach Deutschland.

Hinter mir liegt eine unvergessliche Zeit voller wunderbarer Eindrücke, spannender Erlebnisse und voller Freiheit. Fast 5.000 km war ich durch sechs verschiedene Länder geradelt, seitdem ich meine Heimatstadt Braunschweig Mitte Mai verlassen hatte.

Wer Lust bekommen hat, sich die Bilder und Erlebnisse von Reinhard Pantke einmal live anzuschauen, wird unter www.reinhard-pantke.de viele Termine mit seinen digitalen Diashows in fast ganz Deutschland finden.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 17 Dec 2014 00:00:00 +0100 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-die-letzten-kilometer-zum-nordkapp/1449/
Reise-Blog: Tromsø und die nördlichste Brauerei der Welt http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-tromso-und-die-noerdlichste-brauerei-der-welt/1443/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Tromsø

Meine vier Monate lange Reise zum Nordkapp hat mich mittlerweile weit über den Polarkreis hinaus gebracht. Am 18. August komme ich in Tromsø an und immer noch liegen über 600 km zum Nordkapp vor mir!

Tromsø ist mit über 70.000 Einwohnern die letzte große Stadt auf dem Weg in den äussersten Norden Norwegens. Die Stadt war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts oft Ausgangspunkt für Expeditionen in die damals noch unerforschten Arktisregionen und ist noch heute einer der wichtigsten Plätze zur Erforschung des Nordlichts. Eine lebendige Stadt mit vielen Studenten und Kneipen, die heute noch den Beinamen trägt „Das Paris des Nordens“ zu sein. Nach vielen Wochen in der Natur geniesse ich das quirlige Stadtleben jetzt ausgiebig!

Auf der anderen Seite des Fjords steht die futuristische Eismeerkathedrale, deren riesige Glasmosaike in der Herbstsonne funkeln. Wenn man Glück hat, finden dort in der Sommerzeit Konzerte um Mitternacht statt. Wer gerne nachts aktiv ist, sollte danach einfach mal mit der „Fjellheisen“ Seilbahn auf den über 450 m hohen Hausberg „Storsteinen“ hinauf fahren, von dem aus man von Ende Mai bis fast Ende Juli perfekt die Mitternachtssonne sehen kann.

Männerträume aus Hopfen und Malz

In der Stadt gibt es ein besonderes „kulturelles Highlight“, das ich mir natürlich nicht entgehen lassen will. Die „Mack Brauerei“ ist die nördlichste Brauerei der Welt und wurde einst von dem Sohn eines deutschen Einwanderers aus meiner Heimatstadt Braunschweig gegründet.

So lasse ich es mir trotz der hohen Preise nicht nehmen, die berühmte dazugehörige „Ölhallen“ zu besichtigen. Wie stand es mal in einem Reiseführer beschrieben: „Selbst der Sultan überlegt zwei Mal, bevor er in Norwegen ein Pils bestellt“. Bei Preisen von 8 bis 12 Euro für ein großes Pils versteht man den Sinn dieser Aussage schnell und kann trotzdem der überbordenden Vielfalt der vielen Zapfhähne nur schwer widerstehen. In einem schummrigen und rustikalen Keller neben der Brauerei findet man in der Ölhallen die erste und lange Zeit einzige Kneipe der Stadt.

Irgendwann befanden die Stadtoberen, dass es einen Platz geben müsste, an dem Männer der Stadt in Ruhe ihr Bier trinken dürfen. So kamen die Städter, aber auch auswärtige Seeleute, Abenteuerer und Jäger in dieses „männliche Bollwerk“. Bis in die 60er Jahre hinein hatten dort ausschliesslich Männer Zutritt - Frauen durften allenfalls mal an einer kleinen Luke klopfen und fragen, ob der „Alte“ wieder die ganze Heuer vertrinkt oder irgendwann vielleicht doch nach Hause kommt. In den 70er Jahren haben sich die Frauen den Zugang erkämpft. Die eigentliche Brauerei ist heute einige Kilometer südlich der Stadt, aber die alte Produktionsstätte kann man noch heute inkl. mehrerer Proben besichtigen und einige der arktischen Kaltgetränke aus dem umfangreichen Sortiment auch im daneben liegendem Shop erwerben.

Immer weiter nordwärts

Es wird langsam und merklich Herbst - als ich die größte Stadt des Nordens verlasse, und die letzten 600 km angehe, nieselt es bei grade mal 10 Grad Celsius. Bald nördlich von Tromsø überquere ich die sogenannte „Kartoffelgrenze“. In früheren Jahrhunderten war dies die Grenze, nördlich derer die Menschen nicht aus eigener Kraft überleben konnten, weil sich die kurzen Vegetationsperioden nicht mehr für den Anbau von Kartoffeln eigneten.

Ich staune, denn heute komme ich an kleinen Erdbeerfeldern vorbei, die wenn überhaupt, jetzt erst im späten August langsam reif werden. Tromsø liegt auf der Höhe Nordgrönlands oder Nordsibriens, wo in eisigen Permafrostregionen nichts mehr wächst und die Eisberge vor der Haustür treiben. Der Golfstrom sorgt auch hier für ein mildes Klima.

Die letzte Etappe zum Nordkapp, und wie die 5.000 km lange Tour zu Ende geht, können Sie in der nächsten Folge nachlesen.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 26 Nov 2014 00:00:00 +0100 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-tromso-und-die-noerdlichste-brauerei-der-welt/1443/
Reise-Blog: Magie des Lichtes - Die Lofoten per Fahrrad erleben (2) http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-magie-des-lichtes-die-lofoten-per-fahrrad-erleben-2/1440/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Magie des Lichtes

"Noch nie habe ich so klare Farben gesehen! Die weißen Schneefelder an den blauen Bergen und das Grün so saftig. In leuchtenden Flecken und Strahlen erscheint das Spiegelbild im stillen Fjord. Es ist ein Bild einer Märchen-Phantasie; hier muss der Ort sein, wo die Prinzessin verzaubert wurde". So beschrieb der Künstler Theodor Kittelsen, im 19. Jahrhundert die „Luchsfüsse“ . Auch heute haben die Inseln nichts von ihrer Faszination verloren und werden jeden in Ihren Bann ziehen.

Hier nun die Fortsetzung der Lofoten-Passage aus dem letzten Beitrag von vor 14 Tagen.

Flakstad

Wir radeln über eine ruhige Nebenstraße zurück zur E 10, die uns bald zu einer kleinen Mutprobe führt: Vor uns „taucht“ der ca. 1,5 km lange Nappstraumtunnel unter dem Fjord ab, der uns hinüber zur Insel Flakstad bringen wird. Auch wenn der Tunnel gut beleuchtet und belüftet ist und einen Seitenstreifen für Fahrradfahrer und Fußgänger hat, werden zarte und „geräuschempfindliche“ Naturen es vorziehen, per Linienbus dort hindurch zu fahren. Die Busse nehmen, sofern Platz ist, Fahrräder mit.

Die Tunnelpassage ist zudem auch einer der längsten Anstiege, da es zunächst auf 80 Meter unter Meereshöhe geht und von dort strampeln wir wieder auf Meereshöhe hinauf. Vor ein paar Jahren noch bekam man im Tunnel neben den Autos auch das Wasserrauschen zu hören. Jede Stunde wurden vom tiefsten Punkte einige Tausend Liter Wasser abgepumpt.

Doch die folgende wilde Mischung aus hohen Bergen, glasklaren Buchten, kleinen Sandstränden und Dörfern, die am Fuße der Berge wie Landschaften eines dänischen Spielzeugherstellers wirken, entschädigen schnell für die Strapazen. Ein kurzer Abstecher führt uns vorbei an glatt geschliffenen Bergen nach Nusfjord.

Nusfjord

Nusfjord ist einer der wenigen Plätze in Norwegen, die auf der Liste des Unesco Weltkulturerbes stehen. Der kleine Ort war einst zeitweiliger Wohnsitz tausender Fischer und ist fast unverändert aus dieser Zeit erhalten geblieben. Heute leben dort nur noch Wenige; dafür wird der Ort an manchen Hochsommertagen förmlich überrannt von dutzenden Busgruppen. Ein findiger - und wohl auch sehr wohlhabender Geschäftsmann hat daraufhin das Zentrum des kleinen Fischereiortes gekauft und in ein lebendiges Museum verwandelt. Jeder, der dort hinein will, muss zumindest im Sommer Eintritt bezahlen. Am Abend, wenn die Busgruppen weg sind, ist ein Besuch daher weitaus angenehmer.

Ramberg

Ramberg ist ein an der offenen Westseite gelegener Ort mit nur 300 Einwohnern, der an einem spektakulären zwei Kilometer langen Traumstrand liegt, der im Sommer freie Sicht auf die Mitternachtssonne bietet und oft Austragungsort für die norwegischen Surfmeisterschaften ist.

Der Ort ist eines der wenigen Dörfer, die noch an der Westseite der Lofoten bewohnt sind. Der Ort wurde vor Jahren landesweit bekannt, als man aus Sorge um die Fischereigründe mit 99% gegen einen Beitritt Norwegens in die EU stimmte! Heute würde das Ergebnis wohl anders aussehen, da es längst nicht mehr so viel Fisch gibt. Der Ort ist auch ein guter Platz für einen Standorttag.

8 km von hier entfernt beginnt eine einfache, aber spektakuläre gut zweistündige Wanderung zu der Bucht von Kvalvika. Der manchmal etwas feuchte Pfad führt einmalig zwischen den hohen Bergen über eine kleine Anhöhe zu einem Traumstrand, der beidseitig eingerahmt wird von steilen Bergen. Am Rande des langen Strandes findet man die Überreste einiger Häuser. Bis ins 20. Jahrhunderte hinein lebten hier Menschen, deren Kinder den beschwerlichen Schulweg zur Straße im Sommer und Winter täglich gehen mussten.

Der Südzipfel

Südlich von Ramberg windet sich die Straße an glasklaren Buchten und einsamen Sandstränden vorbei. Daneben ragen von den Eiszeiten vergessene, dunkle, bizarre Berggipfel fast senkrecht und teils über 1.000 Meter aus dem Meer! Dramatischer und wilder geht es kaum. Wir kommen nur langsam voran, da wir immer wieder anhalten. Auf einem schmalen Sims, den man in den Fels gesprengt hat, radeln wir ca. 30 km nach Reine, das von etlichen über 1.000 m hohen Bergen überragt wird.

Glatt geschliffene Berge, wohl für jeden Bergsteiger eine echte Herausforderung, bieten ein einzigartiges Panorama. Wer genug Puste und einen sonnigen Tag erwischt hat, kann eine sehr steile Bergwiese mit teils 50 % Anstieg auf den nahegelegenen, ca. 450 m hohen Reinebriggen hinauf wandern und von dort die Vogelperspektive auf den Fjord und Ort Reine genießen. Wanderschuhe, trockenes Wetter und Schwindelfreiheit sind dafür unabdingbare Bedingungen.

Rote Holzhäuser klammern sich an dem nacktem Gestein fest und stehen auf hölzernen Gestellen doch halb im Meer – eine perfekte Symbiose von Leben an Land und im Meer! Auch die Vögel haben eine geringere Scheu vor den Menschen, einige haben ihre Nester in einem Felsen neben der Straße gebaut, wo sie allzu oft Opfer der Katzen werden; andere nisten in dem Dörfchen Å in den Fensterbänken der Rorbuer oder den teilweise leerstehenden Fischfabriken.

Das norwegische Å markiert nicht nur den letzten, auf Straße erreichbaren und südlichsten Ort der Lofoten, sondern auch den letzten Buchstaben im norwegischen Alphabet! Der Ort wird noch heute geprägt von den rustikalen roten Rorbuer-Häusern, die man mittlerweile an Touristen vermietet und Garanten für einen entspannten und relaxten Urlaub sind. Ein Muss ist der Besuch des einzigen norwegischen Trockenfisch-Museums! Das kleine Museum stellt in lebendiger Form die Lebensgrundlage der Einwohner vor und wird von einem ehemaligen Trockenfisch-Händler gemanagt, der die Besucher in mindestens 6 verschiedenen Sprachen begrüßt.

An guten Tagen sieht man von diesem letzten bewohnten Ort aus bis nach Væroy hinüber. Für uns heißt es jedoch die einzigartige Mischung aus Bergen und Meer zu verlassen und mit der Fähre zum Festland überzusetzen und weiter nach Norden zu fahren. Das ist die Magie des Nordens, man will einfach immer weiterziehen und am besten nie aus dem Traum erwachen …God tur!

Reisetipps

Erreichbarkeit:
Mit der Fähre von Kiel nach Oslo, per Zug von Oslo nach Bodø und von dort entweder mit der Autofähre nach Moskenes im Süden oder mit dem Schnellboot nach Svolvær, je nachdem wie herrum man die Tour fahren will. Man kann diese Tour natürlich auch in Moskenes starten.

Fahrräder werden in den meisten norwegischen Zügen mitgenommen, rechtzeitiges Buchen garantiert die besten Preise (www.nsb.no). Fluganreisen mit diversen Anbieten, günstige Flüge und relativ unkomplizierte Fahrradmitnahme bietet Norwegian (www.norwegian.no). Die Anreise über Schweden ist mit Fahrrad sehr schwierig, da in schwedischen Zügen meistens keine Fahrräder befördert werden. Eventuell kann man sich Räder in Reine oder in Svolvær leihen, die Preise sind hoch, ab ca. 30,- Euro pro Tag.

Allgemeines:
Keine Sorge, das oft bemühte Klischee vom „bergigen Norwegen“ trifft hier nicht wirklich vollständig zu. Während die Berge teils mehr als 1.000 Meter aus dem Meer in den Himmel ragen, führen die Straßen am Meer entlang. Es gibt zwar etliche kürzere Steigungen, aber keine führt auf mehr als 130 Meter über dem Meeresspiegel hinauf. Zudem sind die Entfernungen zwischen den Orten relativ kurz.

Reisezeit:
Die Lofoten sind sicher zu allen Jahreszeiten interessant. Im Winter, wenn die Nordlichter am Himmel spuken und die Fische auf den Gestellen hängen, oder im Sommer, wenn die Sonne für Wochen nicht versinkt und die meisten Leute reisen. Im Winter wird jedoch nicht Radfahren das bevorzugte Fortbewegungsmittel sein. Wer auf feste Unterkünfte angewiesen ist, sollte in der Zeit von Ende Juni bis Mitte August Übernachtungsplätze in Hotels, Campinghütten oder Rorbuer rechtzeitig reservieren. Die zweite Augusthälfte bietet meist stabiles Wetter und etwas mehr Ruhe als die Hauptreisezeit.

Unterkünfte:
Hotels sind in Norwegen allgemein sehr teuer und auf den Lofoten nur in wenigen Orten zu finden. Zudem sind sie in der kurzen Sommersaison oft ausgebucht. Alternativ dazu gibt es 2 Jugendherbergen und viele Rorbuerhütten, bzw. auf den Campingplätzen kleine Hütten in unterschiedlichen Ausstattungsgraden. Die günstigsten Hütten für 2 Personen gibt es ab ca. 70 bis 90,- Euro pro Hütte. Wer in größeren Gruppen unterwegs ist, wird so wohl am günstigsten übernachten. Alternativ kann man auf wunderbar gelegenen Campingplätzen übernachten, deren Standard allgemein sehr hoch ist. Wildes Zelten ist zwar nicht grundsätzlich verboten, wird aber oft nicht gern gesehen.

Sonstiges:
Norwegen ist nicht EU-Land und recht teuer. Insbesondere Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche sind sehr teuer! Kreditkarten werden überall akzeptiert.
Die lokalen Touristenformation haben ausführliches Informationsmaterial. Zusätzliche Informationen finden Sie unter den nachfolgenden Internet-Links.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 05 Nov 2014 00:00:00 +0100 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-magie-des-lichtes-die-lofoten-per-fahrrad-erleben-2/1440/
Reise-Blog: Magie des Lichtes - Die Lofoten per Fahrrad erleben (1) http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-magie-des-lichtes-die-lofoten-per-fahrrad-erleben-1/1439/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Magie des Lichtes

"Noch nie habe ich so klare Farben gesehen! Die weißen Schneefelder an den blauen Bergen und das Grün so saftig. In leuchtenden Flecken und Strahlen erscheint das Spiegelbild im stillen Fjord. Es ist ein Bild einer Märchen-Phantasie; hier muss der Ort sein, wo die Prinzessin verzaubert wurde". So beschrieb der Künstler Theodor Kittelsen, im 19. Jahrhundert die „Luchsfüsse“ . Auch heute haben die Inseln nichts von ihrer Faszination verloren und werden jeden in Ihren Bann ziehen.

Svolvær ist mein Ausgangspunkt für die Erkundung der Inselwelt. Man erreicht den Ort sowohl mit dem Auto, als auch mit Personenfähren vom Festland aus. Mir gefällt das ein paar Kilometer westlich gelegene, beschauliche und etwas verschlafen wirkende, alte Inselhauptstädtchen Kabelvåg wesentlich besser. Direkt an der Hauptstraße liegt auch die große Holz-Kathedrale, die mehr als 1.200 Menschen Platz bietet. Wer die Lofoten und die Bedeutung des Fischfangs für die Insulaner besser verstehen will, sollte sich das nahe gelegene „Lofot Museet“ anschauen.

Henningsvær

An der Abzweigung nach Henningsvær liegt ein traumhafter, weißer Sandstrand: Glasklares Wasser verlockt zu einem Bad. Bei Windstille kommen fast mediterrane Gefühle auf, aber jeder, der mal einen Zeh in das Wasser gehalten hat, wird schnell wieder in die nordische Realität zurückgeholt! Auch die seichten Buchten an der geschützten Innenseite werden in guten Sommern nicht wärmer als 15 oder 16 Grad, in diesem Jahrhundertsommer waren es sogar an einigen Plätzen bis zu 18 Grad! An der ungeschützten Westseite der Inseln kann man sogar nur „Eisbärenwohlfühl-Temperaturen“ von 12 Grad erwarten – aber trotzdem ist der Gedanke verlockend: Wer kann von sich behaupten, dass er mal 150 km nördlich des Polarkreises ins Wasser „gehüpft“ ist? Weiter als bis zur Hüfte wagen wir uns trotzdem nicht rein.

Auch die folgenden 8 Kilometer nach Henningsvær sind märchenhaft schön: Die schmale Straße windet sich zwischen Felsblöcken, vorbei an stillen Buchten mit durchsichtig klarem Wasser, dass mal verlockend blau oder grün in der Sonne blitzt. Irgendwo ziehen Paddler durch das Wasser und direkt neben der Straße erproben Kletterer ihr Geschick an den senkrecht abfallenden Granitwänden. Im nahe gelegenen Henningsvær hat die nordnorwegische Kletterschule ihren Sitz.

Der sich über mehrere Felsinseln erstreckende Fischereiort wird zu Recht als das „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Vor dem Hintergrund der hohen Berge breitet sich ein bunter Ort mit familiären Fischereibetrieben, Booten, Cafes und vielfältigen Kunst-Galerien aus. Im kleinen Hafen liegen typische Fischerboote neben Segelyachten und Ausflugsbooten. Und wer an einem sonnigen Sommerabend in einem der Cafés in den Schein der Mitternachtssonne blinzelt, wird kaum das Vorurteil vom kalten und dunklen Norwegen bestätigen können. Tatsächlich hat diese Region der Erde mehr Licht als jede andere, da die Dämmerungsphasen extrem lang sind und es selbst in der Zeit der winterlichen Polarnacht tagsüber nicht wirklich dunkel ist.

Im Ort gibt es einige Galerien, wie z. B. die des Malers Erik Harr, der imposante Einblicke in die Naturgewalten der Lofoten gibt. Bevor wir wieder zur Hauptstraße zurück radeln, statten wir dem „Fiskekrogen“, dem bekanntesten Fisch-Restaurant auf den Lofoten einen Besuch ab. Um das Vergnügen nicht zu schmälern verzichten wir darauf, den Preis in Euro umzurechnen. Wie heißt es doch in einem Reiseführer: „Selbst der Sultan von Brunei zuckt zusammen angesichts der Preise in Norwegen“. Das Mahl wird heruntergespült mit einem Bier am Hafen, jetzt zur Happy Hour kostet es nur 8,- Euro.

Richtung Stamsund

Zurück auf der Hauptstraße geht es munter rauf und runter. Doch von den kleinen Anhöhen und hohen Brücken hat man umso bessere Ausblicke auf die wunderschöne Küstenlinie. Es ist fast windstill, das Thermometer zeigt 21 Grad an, ich muss mir immer wieder klarmachen wie weit im Norden wir eigentlich unterwegs sind – auf gleicher Breitenlage findet man sonst in Grönland oder Sibirien Eisberge oder Permafrostboden!

Bald kann man jedoch die etwas stärker befahrene Europastraße verlassen und auf einer schmalen Nebenstraße fast immer am Meer entlang in Richtung Stamsund radeln. Auf den nächsten 45 km begegnen uns nur wenige Autos. Die nächste größere Ortschaft Stamsund ist ein geschäftiger Fischereiort und zweiter Halteplatz der Hurtigruten-Schiffe auf den Lofoten. Noch heute gibt es am Hafen alte, rustikale Rorbuerhütten, die früher während der Fangzeit von den Fischern bewohnt wurden. Heute werden sie von Touristen gemietet und sind ein perfekter Platz um die Seele baumeln zu lassen. Einmal in den Schaukelstuhl ans Fenster gesetzt und unter Garantie hat ein paar Minuten später etwas angebissen und das Abendessen ist gesichert.

Von hier aus radeln wir über eine kleine Anhöhe mit 130 Höhenmetern hinüber in den modernen Verwaltungsort Leknes. Viele, die gedanklich Radfahren und Norwegen im Kopf verbinden, denken ja zunächst einmal an die hohen Pässe im Süden des Landes. Auch wenn es auf den Lofoten zahlreiche Berge gibt, die höher als 1.000 m sind, so führen die Straßen hier am Fuße der Berge entlang und es gibt keine Straßenerhebungen, die höher als 130 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Nur der auch im Sommer unberechenbare Wind kann einem das Vorankommen erschweren.

Ein kurzer Abstecher bringt uns von Leknes aus zum Wikingermuseum von Borg. Das „Lofotr Viking Museum“ ist ist die Rekonstruktion eines Häuptlingssitzes aus dem 5. Jahrhundert. Mit einem staubigen, langweiligem Museum hat dieser Platz keine Gemeinsamkeiten: Im schummrigem Dämmerlicht des großen Hauses kann man den Nachfahren der harten Nordmänner beim Feiern, Schnitzen und Met-Brauen über die Schulter schauen!

Magische Kraftplätze

Zwei meiner persönlichen Lieblingsplätze und magische Kraftplätze erreiche ich mit einem kurzen Abstecher zu den Stränden und Buchten von Haukaland und Utakleiv. Zunächst radelt man zwischen den schroffen Bergen über eine kleine Anhöhe von der aus man den Blick auf die weit geschwungenen, feinsandigen Traumstrand von Haukaland fällt. Hier wurden sogar schon Werbespots für Duschprodukte gedreht! Die weißen Strände lassen an warmen Sommertagen „Karibikfeeling“ aufkommen. In südlichen Gefilden würden hier vermutlich Hotelburgen und Restaurant stehen: Hier jedoch gibt es nur einen an guten Sommertagen geöffneten Imbisswagen.

Wir fahren auf einem alten Fahrweg, der heute Fahrradfahrern und Wanderern vorbehalten ist, am offenen Meer entlang nach Utakleiv. Der schmale Schotterweg wird gesäumt von haushohen Gesteinsblöcken, die hier immer wieder mal in der kalten Jahreszeit von den umliegenden, steilen Felswänden herunter sausen. Da es noch immer wolkenlos ist, fahren wir ans offene Meer, wo ein Strand mit haushohen Findlingen übersät ist. Dort ist auch ein kleiner, einfacher Campingplatz mit WC und Wasserhahn. Da der Himmel noch vollkommen klar ist, fahre ich zu einem mit riesigen Findlingen bedeckten Strand und beobachte fasziniert wie sich an den Steinen Wellen brechen, die für Augenblicke Fantasie-Gebilde formen, welche im goldenen Schein der Mitternachtssonne glänzen. Nur ein paar Schafe blöken in der Ferne und als wir nach Stunden zum Zelt zurückkehren, stellen wir verwundert fest, dass es schon 2 Uhr morgens ist.

Eigentlich braucht man hier im Norden Norwegens keine Uhr, wie sagte mir mal ein Maler mit leuchtenden Augen: „Hier kannst Du im Sommer richtig frei sein ...“

Lange Zeit war eine abenteuerliche Piste und ein nicht minder gefährlicher Bergpfad der einzige Zugang zu dem winzigen Nest, das direkt an der Westseite liegt. Heute gibt es einen ca. 1 km langen, einspurigen Tunnel, der erst vor ungefähr einem Jahrzehnt für eine Handvoll Menschen gebaut wurde, die es ganzjährig an der isolierten wilden Westküste aushalten. Einst lebten dort bis zu 200 Menschen, die nur über eine wilde Bergstraße oder eine dem Steinschlag ausgesetzte Straße eine Verbindung zur Außenwelt hatten. Doch der Tunnel kam zu spät - heute leben nur noch sehr wenige Menschen kontinuierlich hier. Die meisten Menschen auf den Lofoten leben an der geschützten Innenseite, besonders die jüngeren Menschen ziehen immer mehr in die wenigen, größeren Städte. Wer hier an einem schönen, windstillen Sommertag ist, kann sich kaum vorstellen, mit welcher Brutalität die Winterstürme hier über den offenen Nordatlantik toben und das Leben lahmlegen können.

Wie es weiter geht mit der Lofoten-Passage erfahren Sie hier in 14 Tagen. Dazu gibt es dann noch eine Reihe von Reiseempfehlungen.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 22 Oct 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-magie-des-lichtes-die-lofoten-per-fahrrad-erleben-1/1439/
Reise-Blog: Auf der Küstenstraße RV 17 nordwärts http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-auf-der-kuestenstrasse-rv-17-nordwaerts/1438/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Die Küstenstraße RV 17

Norwegen bedeutet eigentlich nichts anderes als „Weg nach Norden“ und dieser Weg ist vom südlichsten Punkt Norwegens bis hinauf zum Nordkap über 2.500 km lang, eine Entfernung, die grob der Strecke von Flensburg nach Istanbul entsprechen würde!

Eine gute Alternative zu der im Sommer stark befahrenen E 6, die von vielen Wohnmobilisten als Rennstrecke zum Nordkap genutzt wird, ist der „Kystriksveien“. Die auch als „RV 17“ bekannte Küstenstraße beginnt nördlich von Trondheim in Steinkjer und führt über 680 km über den Polarkreis hinaus in die Küstenstadt Bodø.

Wer die abwechslungsreiche Strecke nicht per Fahrrad, sondern per Auto entdecken will, sollte erheblich mehr Zeit einplanen, da die Strecke von mindestens sechs Fährpassagen unterbrochen wird, die bis zu 60 Minuten dauern. Für Radfahrer wie mich sind die Fähren nicht nur willkommene Pausen, sondern sorgen auch dafür, dass auf vielen Passagen bis zur Ankunft der nächsten Fähre oft nur wenige Autos überholen.

Immer weiter nordwärts

Es ist Juli geworden, der norwegische Jahrhundert-Sommer läuft auf vollen Touren, bei Temperaturen von 25 Grad komme ich gewaltig ins Schwitzen und obwohl ich noch südlich des Polarkreises bin, wird es nicht wirklich dunkel. Ich mache die Nacht freiwillig zum Tag und genieße in einigen Nachtetappen die Ruhe der in mildes Dämmerlicht getauchten Landschaften.

Der südliche Teil dieser Touristenstrecke führt durch abwechslungsreiches Waldland zur Küste. In der Nähe von Brønnøysund lockt ein Abstecher zum Torghatten. Diese gigantische 90 m Meter hohe Höhle, mitten im Berg, erreiche ich nach einer kurzen Wanderung und lasse den Blick von oben über einen wilden Flickenteppich von unzähligen Schären und Inseln schweifen, die sich entlang der Küste ausbreiten. Wer die Küste mal von oben aus dem Flugzeug gesehen hat, wird bescheinigen, dass diese Küste an schönen Sommertagen karibisch aussieht. Wie mild das Klima hier in Polarkreisnähe noch ist, kann man bei einem Besuch von „Hildurs Urterarium“ (Hildurs Kräutergarten) entdecken, in dem Vieles wächst, was man nur viel weiter im Süden vermuten würde.

Abstecher in die Inselwelt

In einem Abstecher düse ich per Schnellboot zur Insel Træna, die knapp südlich des Polarkreises liegt und heute von knapp 500 Menschen bewohnt wird, die natürlich überwiegend vom Fischfang leben. Das aus mehreren Inseln bestehende Inselreich ist winzig, schon nach knapp 4 Kilometern bin ich am Ende der Hauptinsel angekommen. Jedes Jahr vervielfacht sich die Bevölkerung, wenn hier eines der ungewöhnlichsten Musikfestivals abgehalten wird (siehe Link unten)! Auf der Nachbarinsel Lovund, die von einem gigantischen, über 600 m hohen Berg geprägt wird, kann man in den Sommermonaten farbenprächtige Papageitaucher sehen, die dort an den grasigen Etagen des Berges nisten. Die ca. 30.000 Vögel kommen Jahr für Jahr fast geschlossen an einem bestimmten Tag im Frühling vom Meer zurück zu ihren Brutplätzen an Land. Die Chancen sind sehr groß, auch viele Seeadler zu bewundern für die die Papageientaucher ein Festschmaus sind.

Durch den Untergrund und in eisige Welten

Wenig später geht es - zurück an der Küstenstraße - zu einem alten Küstenfort, das tief in die Felsen gesprengt, vom Wahn der Nazis zeugt, selbst die entlegensten Gegenden Europas zu unterjochen. Die nächste Fähre bringt mich über den Polarkreis hinaus in einen bergigen Teil der Küstenstraße, wo ich immer wieder in den „Untergrund“ muss, um durch kilometerlange Tunnel zu radeln. Ich bin froh, dass der Verkehr eher gering ist und die Tunnel gut beleuchtet sind.

Direkt neben der RV 17 liegt der Svartisengletscher, der zweitgrößte Gletscher Norwegens, der heute noch fast bis auf Meereshöhe herunter kalbt. Nach wenigen Kilometern und einer kurzen Bootsfahrt erreiche ich den Gletschersee über dem das Eis in den verschiedensten Blautönen leuchtet.

Der stärkste Gezeitenstrom der Welt

Kurz vor dem Ende dieser wunderbaren Strecke bewundere ich den Saltstraumen, den stärksten Gezeitenstrom der Welt. Über 400 Millionen Kubikmeter Meerwasser zwängen sich dort alle vier Stunden durch eine schmale Öffnung in den Fjord oder in Richtung Meer. Riesige Strudel wirbeln mit fast 40 km/h unter der Brücke. Am Ufer stehend hat man zeitweise das Gefühl, an einem tosenden Wildwasserfluss zu sein. Nur Lebensmüde würden sich dort mit PS-schwachen Booten hinein wagen; ein paar Fischer und die Möwen hoffen etwas von den Fischen zu erwischen, die dabei massenhaft nach oben gedrückt werden. Wer das Spektakel sehen will, erkundigt sich am besten nach dem Gezeitenplan: Die Strudel und Wirbel sind jeweils 1,5 bis 2,5 Stunden vor und nach dem Höchststand von Ebbe oder Flut zu sehen.

Natürlich sind diese kurzen Ausführungen nur einige Appetizer, auf der RV 17 ist für jeden Geschmack viel mehr zu entdecken!

Bald danach geht es von Bodø, der Hauptstadt des Nordlandes, auf die Lofoteninseln. Aber das ist eine andere Geschichte, die Sie in den nächsten beiden Beiträgen nachlesen können.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 08 Oct 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-auf-der-kuestenstrasse-rv-17-nordwaerts/1438/
Reise-Blog: Die goldene Route - Geiranger und der Trollstigen http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-die-goldene-route-geiranger-und-der-trollstigen/1433/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Geiranger - der Fjord der Fjorde

Die Gegend um Geiranger und den Trollstigen ist ein absoluter Touristenmagnet. Im Sommer kommen sie in einer kurzen Zeitspanne mit Kreuzfahrtschiffen, der Hurtigrute, Wohnmobilen, Bussen und nicht zuletzt auch manchmal mit Fahrrädern. Während man im Juli schon suchen muss, um einen Stellplatz für sein Zelt oder das Wohnmobil zu bekommen, und Tausende von Touristen dem kleinen Dorf fast südländisches Flair geben, ist es von Mitte Mai bis Ende Juni und dann wieder ab Mitte August wesentlicher ruhiger und entspannter. Die schönste Zeit ist für mich persönlich die zweite Maihälfte, wenn der in den Bergen schmelzende Schnee die Wasserfälle noch dramatischer anschwellen lässt und tausende, blühende Obstbäume die Hänge in ein weisses Blütenmeer verwandeln.

Auf meiner Radtour durch das bergige Fjordland Norwegen ist die Fährfahrt von Hellesylt nach Geiranger nicht nur eine willkommene Atempause zwischen zahlreichen Gebirgspässen, sondern auch eine entspannte Möglichkeit, Wasserfälle wie die „Sieben Schwestern“, den „Brautschleier“ oder die vielen an den steilen Hängen „klebenden“ Bauernhöfe zu bewundern, die nach und nach aufgegeben wurden und bis heute liebevoll erhalten werden. Das milde Klima ernährte auf kleinstem Raum Ziegen und Kühe und ließ auch zahlreiche Obstsorten und z.B. sogar Aprikosen gedeihen!

Wer dem hochsommerlichen Rummel im gleichnamigen Ort am Ende des ca. 20 km langen Geiranger-Fjordes entkommen will, der sollte sich in der Touristeninformation über die zahlreichen Wandermöglichkeiten informieren: Von kurzen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergwanderungen ist alles möglich. Für „Fußlahme“ bietet sich der nur im Sommer per Strasse erreichbare ca. 1400 m hohe Dalsnibba-Berg an, der eine fantastische Fernsicht fast aus Vogelperspektive über den Fjord und Ort bietet.

Über die Adlerstrasse zum Trollstigen

Doch mein Ziel liegt in der entgegengesetzten Richtung. Langsam kurbele ich mich von Meereshöhe immer höher auf der 624 m hohen Adlerstrasse hinauf, der einzigen Verbindung über die man das kleine Dorf Geiranger auch im Winter erreichen kann. Wer denkt, dass das ja gar nicht so hoch sei, der sollte bedenken, dass es im Fjordland meist immer auf Meereshöhen losgeht. Die steile Serptinenauffahrt wird belohnt mit einem wunderbaren Ausblick auf den Fjord. Oben muss ich allerdings auch anhalten, weil sich eine halbe Busladung japanischer Touristen mit mir und meinem Fahrrad fotografieren lassen will.

Rasend schnell geht es auf der anderen Seite wieder hinunter zum Fjord und per Fähre hinüber in Richtung Valldal. Der lange Anstieg zum Trollstigen führt mich durch abwechslungsreiche Täler. Um Valldal herum gedeihen große Erdbeerplantagen, die einmal mehr zeigen, dass das Klima hier so mild und sonnig ist wie an kaum einem anderen Platz gleicher Breitenlage.

Durch das abwechslungsreiche Isterdalen windet sich die Strasse vorbei an schroffen Bergzügen, glasklar vor sich hingurgelnden und glucksenden Wildbächen und dichten Wäldern stetig und leicht immer weiter hinauf. Ich kann mein Glück kaum fassen - das Thermometer zeigt 29 Grad im Schatten - dafür fließt der Schweiss in Strömen! Weiter oben im schattenlosen Fjell sind es fast 40 Grad in der Sonne und ich beobachte einige Schafe, die in den schattigen Mulden Schutz vor der Sonne suchen.

Der Weg der Trolle

Der Trollstigen ist ein alter Pfad, der früher von den Bauern für den Viehtrieb genutzt wurde und erst 1936 zur Strasse wurde. Die Aussichtsplattformen oben bieten eine fantastische Aussicht. Die Wegführung erinnert an Mikadostäbe, die sich verwirrend im Zick-Zack in 12% und mehr Steigung förmlich den Berg hochschrauben und dabei auch einen Wasserfall kreuzen. Der Pass ist oft bis in den Mai gesperrt und manchmal sogar im Sommer kurzzeitig wegen Steinschlag oder Lawinen bei schlechtem Wetter geschlossen.

Der Pass ist sicher die schönste und eindrucksvollste Bergstrasse Norwegens und immer wieder halte ich an, um nicht nur das fantastische Panorama des weiten Tales zu geniessen, sondern auch die Bremsen zu kühlen, die bei über 12% Gefälle schnell glühend heiß werden. Mir entgegen kommen die Teilnehmer eines Radrennens, die die 824 m hohe Passhöhe zu ihrem Ziel auserkoren haben. Einer der Zuschauer erzählt mir, dass der älteste Teilnehmer 74 Jahre alt ist – Norweger kennen beim Sport keine Grenzen! Man ist in Norwegen nie zu alt für etwas - eine sympathische Grundeinstellung. Ich rolle immer weiter ins Tal hinunter und freue auf das wilde Raumadalen und die Fahrt Richtung Dombas. Doch das ist eine andere Geschichte.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 24 Sep 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-die-goldene-route-geiranger-und-der-trollstigen/1433/
Reise-Blog: Die alte Hansestadt Bergen http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-die-alte-hansestadt-bergen/1431/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Abstecher in die alte Hansestadt Bergen

Für mich gleicht die Umgebung der alten Hansestadt einem „Schweizer Käse“, nur leider sind die Löcher kilometerlange, stark befahrene Tunnel, die für Radfahrer wegen der Abgase gesperrt sind und so steige ich notgedrungen 70 km vor Bergen in einen Regionalzug um, der mich mitten ins Herzen der zweitgrößten Stadt Norwegens bringt.

Die ca. 250.000 Einwohner zählende Stadt war und ist wohl schon immer die internationalste Stadt Norwegens gewesen. In früheren Zeiten durch den Handel der Hanse mit Fisch und Fellen, die vom hohen Norden Norwegens hier runtergebracht wurden und in den heutigen Zeiten wegen der vielen Touristen, die nicht nur die Stadt besichtigen, sondern hier auch die Seefahrt mit den legendären Hurtigruten beginnen, die seit 120 Jahren auf ihrer über 2.500 km langen Fahrt nach Kirkenes an Grenze zu Russland fährt.

Vom Reichtum längst vergangener Zeiten künden die hölzernen Speicherhäuser der „Bryggen“, dem mittelalterlichen Wahrzeichen der Stadt, das auf auf der Liste des Weltkulturerbes der Unesco zu finden ist. Da die krummen, reichverzierten, bunten Holzhäuser einst der Sitz vieler deutscher Kaufleute waren, nannte man diese kleine Speicherstadt einst „Tyske byrggen“, also in etwa „deutscher Lagerplatz“. Der Zusatz verschwand verständlicherweise nach dem 2. Weltkrieg aus dem Namen. Ein Gang durch das Gewirr der dunklen Gassen ist ein absolutes Muss!

Der Fischmarkt

Auch wenn man in norwegischen Witzen gern spottet, dass die Bergenser Kinder bereits mit Regenschirm und Regenjacke zur Welt kommen und 250 Regentage eine eindeutig feuchte Statistik sind, spannt sich tagelang wolkenloser Himmel über mir!

Der berühmteste Markt Norwegens liegt nur ein paar Schritte entfernt von der Byrggen, ist mit Ausnahme der Sonntage täglich zu bewundern und bietet nicht nur z.B. Lachs, Dorsch oder die gigantischen Königskrabben, sondern auch die Chance mal norwegische Spezialitäten wie Elch- oder Rentiersalami zu kaufen und die leckersten Erdbeeren und Himbeeren der Welt zu verköstigen. Kein Wunder, dass viele Früchte so süss schmecken - wo sonst hat man bis zu 18 Stunden Sonne am Tag?

Wer Fisch in größeren Mengen will, sollte sein Glück allerdings besser in den angrenzenden Seitenstrassen versuchen, da man die Preise auf dem Fischmarkt etwas „touristisch nach oben“ angespasst hat.

Mit der Standseilbahn kann man vom Zentrum auf den ca. 320 hohen Berg Fløyen fahren und eine wunderbare Aussicht über die Stadt geniessen.

Neben all diesen Attraktionen, die im Sommer natürlich stark frequentiert sind, sollte man auch einfach die wunderbaren engen, kopfsteingepflasterten Gassen der älteren Stadtteile erforschen und die behaglichen, schrulligen Holzhäuser in allen Farben zu bewundern. Dorthin verirren sich Touristenhorden viel seltener.

Auch die Umgebung hat viel zu bieten

Wer nicht soviel Zeit für einen längeren Aufenthalt hat, und einen kleinen Einblick in die gigantische Fjordwelt bekommen möchte, sollte über den Tagesflug „Norwegen in der Nussschale“ nachdenken: Per Zug geht es nach Myrdal, wo man in die spektakuläre Flåmsbana umsteigt, die auf dem Weg zum Fjord und Dorf Flåm auf einer Strecke von 20 km einen Höhenunterschied von über 1.000 Metern überwindet. Danach schippert man gemütlich vorbei an wilden Wasserfällen und traumhaft gelegenen Dörfern durch den von dramatischen Bergen eingerahmten Nærøyfjord nach Gudvangen, wo die Rückfahrt am selben Tag mit Bus und Zug nach Bergen führt.

Doch auf mich wartet nun per Pedalpower das Fjordland und mit unzähligen Höhenmetern zwischen Fjorden und Fjells. Einen kleinen Ausschnitt wie es weiterging lesen Sie in der nächsten Folge.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 10 Sep 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-die-alte-hansestadt-bergen/1431/
Reise-Blog: Telemarkkanal und die Hardangervidda http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-telemarkkanal-und-die-hardangervidda/1429/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Nachdem ich Göteborg erreicht hatte, ging es die schwedische Westküste bis nach Strömstad hinauf und per Fähre über den Oslofjord. Dort wartet in Norwegen die Region Telemark, die bekanntermassen die Heimat des Skisports ist. Mit dem Telemarkkanal verfügt sie über einen Wasserweg, an dem entlang ich tief hinein in das Innere Südnorwegens radeln werde.

Der Telemarkkanal

Die beschauliche Kleinstadt Skien ist nicht nur Geburtsort des bekannten norwegischen Schriftstellers Henrik Ibsen, sondern auch mein Ausgangspunkt für die Radtour entlang des Kanals. Der Telemarkkanal ist wie auch der Götakanal kein schnurgerader Kanal, wie wir ihn uns wahrscheinlich automatisch vorstellen, sondern eine Verbindung zwischen mehreren Seen und Flüssen.

An dem über 100 km langen Kanal wurde vor etwa 120 Jahren fünf Jahre lang gebaut. Über 18 Schleusen waren nötig, um den Höhenunterschied von mehr als 100 Metern zum kleinen Dorf Dalen zu überwinden. Noch heute sind viele der Schleusen und Verkleidungen original aus Holz erhalten. Ein unglaublicher Kraftakt für die Arbeiter, wenn man die vielen felsigen Ufer betrachtet! Einst reisten dort Menschen und Güter und insbesondere Holz weit ins damals noch fast strassenfreie, wilde Innere der Telemark. Die Flösserei wurde im nördlichen Teil des Kanals erst vor gut 30 Jahren eingestellt.

Ähnlich wie in Schweden wird auch der Telemarkkanal nur noch von Mai bis September von Freizeitbooten und betagten Passagierschiffen wie z.B. der über 130 Jahre alten «MS Victoria» und der «MS Henrik Ibsen» befahren, welche die Strecke von Skien nach Dalen in elf Stunden langsam abtuckern. Wer eine Radtour plant, kann natürlich seinen fahrbaren Untersatz auf dem Boot mitnehmen und so den Weg vom Wasser aus entspannt erleben.

Unterwegs am Kanal

Ich bin natürlich per Rad unterwegs und fahre parallel zum Kanal auf schmalen, fast verkehrsfreien Strassen und Forstwegen weiter Richtung Dalen. Die Landschaft könnte kaum abwechslungsreicher sein, die Natur präsentiert sich in üppigen Frühlingsfarben, hier blüht oft noch der Raps leuchtend gelb. Anders als am Götakanal, treffe ich oft stundenlang niemanden und die vielen Steigungen bringen mir die Gewissheit, dass das Radeln in Norwegen bedeutend anstrengender als in Schweden werden wird. Das Wetter ist unbeständig, einige gewaltige Gewittergüsse ergiessen sich mit sintflutartigen Regenfällen über mir.

Mal seenartig breit, mal schmal und von hohen Bergen eingerahmt, vor meinen Pneus breitet sich in den Regenpausen eine sonnige Bilderbuchlandschaft aus, die Ruhe und Harmonie ausstrahlt. Die wenigen Häuser spiegeln sich glasklar und perfekt im stillen Wasser des Kanals und irgendwo erinnert eine laut schreiende Möwe daran, dass das Meer doch nicht weit entfernt ist. In Kviteseid, der vorletzten Station, steige ich für die letzten Kilometer des Kanals dann doch auf eines der Kanalschiffe um und bin froh, dass mein rotes Ross nicht wie die anderen Räder mit dem Kran aufs Oberdeck gehievt wird, sondern ich es abpacke und im Unterdeck verstauen kann.

Die Hochebene Hardangervidda

Von Dalen, dem Endpunkt des Telemarkkanals, führen alle Strassen bergauf. Der Ort liegt in einem Talkessel. Ich strampel langsam immer höher hinauf, um nach einigen Kilometern auf die Hauptstrasse zu gelangen, die als Europastrasse weiter in Richtung der alten Hansestadt Bergen führt. Zwei Pässe bringen mich auf über 1.100 Meter, ein erster Vorgeschmack auf die riesigen Höhendifferenzen, da es zwischen den Pässen immer wieder weit heruntergeht. Als Radfahrer muss ich immer noch ein paar Meter weiter nach oben klettern, da ich über die alten Passstrassen steige, die über den Berg führen und nicht durch die kilometerlangen Tunnel fahren kann und will, die Norwegen nur „unterirdisch“ zeigen.

Links und rechts der Strasse liegt jetzt im Juni noch jede Menge Schnee! Der Verkehr der Europastrasse ist trotzdem relativ gering und so radele ich langsam durch die immer karger werdende Landschaft hinauf zu den südlichsten Ausläufern des Hardangervidda Nationalparks, einem kargen und fast 8.000 qkm großen Wildnisgebiet. Irgendwann habe ich es fürs Erste geschafft und rolle in Richtung Hardangerfjord bergab - Bergen ist nur noch drei Tagesetappen entfernt. Wie es dort weitergeht, lesen Sie in der nächsten Folge.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 27 Aug 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-telemarkkanal-und-die-hardangervidda/1429/
Reise-Blog: Stockholm und der Götakanal http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-stockholm-und-der-goetakanal/1428/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Mit der Fähre nach Stockholm

Es ist fast Mitte Juni geworden im Verlaufe meiner über drei Monate langen Mammut-Radtour, die in Deutschland begann, mich durchs Baltikum führte und nun mit der Fähre von Riga nach Stockholm weitergeht.

Als Sparfuchs teile ich mir die Kabine natürlich mit Unbekannten. Als ich die Kabinentür öffne schlägt mir intensiver Wodkageruch entgegen, der allein zum Konservieren diverser Kleintiere reichen würde, und zwei Russen recken mir freudestrahlend ihre Wodkaflaschen entgegen.

Nüchtern, aber trotzdem mit dickem Kopf, erreiche ich am nächsten Morgen Stockholm. Die Hauptstadt Schwedens empfängt mich mit Sonne pur. Zwei Tage sind viel zu kurz, um die über viele Inseln verteilte, entspannte Metropole des Nordens zu erkunden. Boote werden hier wie Busse benutzt und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Egal, ob man lieber Museen, wie das z.B. Vasa-Museum oder das Abba-Museum anschaut, sich gemütlich durch die Schärengärten schippern lässt, die engen Gassen und prunkvollen Paläste der Altstadt bestaunt oder einfach die wunderbaren Abende mit dem nicht enden wollenden Tageslicht in einem der Restaurants ausklingen lässt.

Meine Unterkunft kann ich dafür gern verwinden, es ist ein „Hotel“ in dem man die fensterlosen Umkleidekabinen zu Minizimmern umgebaut hat. Fenster kosten extra - nichts für Leute mit klaustrophischen Gefühlen!

Seenland

Einige Radetappen südlich von Stockholm erreiche ich später den Beginn des Götakanals. Westlich von Mem beginnt der erste künstliche Abschnitt des Kanals, der durch einige der schönsten Seen Schwedens und durch zwei weitere Wasserwege von der Ostsee nach Göteborg führt.

Die Schweden waren einst die Vormachtstellung der Dänen leid, die ihre strategisch günstige Lage an der Meeresenge des Großen Belts nutzten, indem sie diesen Zugang in kriegerischen Zeiten blockierten oder Schutzzölle forderten. Zehntausende buddelten zeitweilig über 20 Jahre an der Wasserstrasse, die lange nur von Segelschiffen befahren wurde, die auf den Treidelpfaden längs des Kanals von Karren gezogen wurden. Die mehr als 90 Meter Höhenunterschied zwischen den fünf Seen werden durch 58 Schleusen bewältigt! Viele Freiwillige sind im Sommer „Schleusenwärter“ und bedienen die hölzernen Schleusentore teils noch heute mit harter Muskelkraft. Besonders beeindruckt bin ich an der Schleusentreppe von Berg, wo sich die Boote in sieben Schleusen über 18 Meter langsam den Berg hinaufschleichen.

Wer wie ich mit schmalem Geldbeutel lebt, kann auch direkt am Kanal auf einfachen Lagerplätzen mit Feuerstelle und Plumsklo sein Zelt aufbauen. Für gehobene Ansprüche gibts bei größerer Brieftasche auch einige wunderschöne am Kanal gelegene rustikale Hotels, die Gemütlichlichkeit und Behaglichkeit ausstrahlen. Nach „Midsommar“, in der kurzen Hauptreisezeit der Schweden, sollte man die festen Unterkünfte auf jeden Fall vorab reservieren!

Einziger Wermutstropfen ist, dass es leider kein Boot zwischen Motala und Karlsborg gibt, das am Westufer des Sees gelegen ist. So muss ich um das Luftlinie nur wenige Kilometer entfernte Städtchen zu erreichen, einmal 100 km um den nördlichen Teil des Sees herum fahren. Ende Juni startet in Motala übrigens jedes Jahr die „Vätternrundan“, ein 300 km langes Radrennen rund um den Vätternsee, bei dem durchschnittlich über 30.000 Radfahrer mitfahren und sich durch die nicht ganz dunkle Nacht kämpfen!

Weiter bike ich nach Karlsborg, einem Kleinstädtchen, das wunderschön zwischen dem Vänern- und dem Vättern-See gelegen und somit von Wasser umgeben ist.

Elchtest gefällig?

Immer wieder führt der Weg durch kleine Dörfer mit gemütlichen roten Hexenhäuschen und idyllischen Gärten, die der Phantasie Astrid Lindgrens entsprungen zu sein scheinen. Der Götakanal besteht nur knapp zur Hälfte aus einem künstlich angelegten Kanal. Auf geschotterten Treidelpfaden längs des Kanals, den Nebenstrassen und gar steilen Waldwegen komme ich nur langsam vorwärts. Als ich auf einem schmalen Waldweg bergfahre, lugt plötzlich kaum zwei Meter neben dem Weg ein Elch aus dem Wald. Das riesige Tier bleibt regungslos stehen, ich fahre dicht an ihm vorbei und bestehe den „Elchtest“ grade noch so, ohne den Lenker zu verreissen. Als ich mich kurz nach 50 Metern umdrehe, rast er plötzlich blitzschnell zurück in den Wald; ein wesentlicher Teil der Elchtarnung ist wohl das regungslose Verharren.

Herrlich, direkt am Kanal gelegene Cafes und Unterkünfte verlocken mich immer wieder zu Pausen! An manchen Tagen scheinen die Schleusenwärter etwas mehr Freizeit zu haben, eine Frau verkauft wunderbare Blaubeermuffins und Erdbeerkuchen ofenfrisch an hungrige Radfahrer.

Immer wieder bewundere ich die vielen Segelboote und die alten Kanalschiffe, die heute noch fahren. Als Transportweg für Waren und Güter hat der Kanal keine Bedeutung mehr, aber vom 1. Mai bis Ende September ist der Wasserweg ein Mekka für Freizeitboote! In Sjötorp mündet der Kanal in den riesigen Vänernsee und ich radle etwas wehmütig wieder auf normalen Strassen in Richtung Göteborg.

Oldies, but Goodies

Die Oldies „Juno“, „Wilhelm Tham“ und die „Diana“ befahren heute noch den Kanal - die betagte „Juno“ tuckert gemächlich seit 1874 über den Kanal und ist eines der ältesten Passagierschiff der Welt! Vielleicht wäre dies oder ein anderes der Passagierschiffe ja auch mal eine Möglichkeit, entspannt von Stockholm nach Göteborg zu reisen und Schwedens blaues Band zu entdecken?

Weitere Impressionen meiner Reise folgen in den nächsten Wochen! Die Tour wird bis September per Fahrrad ans Nordkapp führen.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 13 Aug 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-stockholm-und-der-goetakanal/1428/
Reise-Blog: Start ins Baltikum http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-start-ins-baltikum/1420/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Es geht los

Endlich geht es los - seit Tagen türmen sich Karten, Objektive, Zelt, Kleidung und alles, was man für eine 4.000 km lange Radtour braucht, in einem 30 kg, chaotischen, großen „Berg“, der hoffentlich gut verstaut in den Fahrradtaschen Platz finden wird! Ein Sprung ins kalte Wasser, da das neue Rad erst vor zwei Tagen fertig ausgeliefert werden konnte und ich keinerlei Zeit zum testen habe. Das alte Rad geht nach mehr als 60.000 km in vollverdiente Rente.

Nach vier Tagen und 350 km Testfahrt nach Kiel, steige ich auf die Fähre nach Klaipeda in Litauen. Drei Monate Nomadenleben warten auf mich auf meiner Fahrt zum Nordkapp.

Die Kurische Nehrung

Ein merkwürdiges Gefühl: Russland oder besser gesagt, die Enklave um das ehemalige „Königsberg“, liegen im Westen, wenn man von Klaipeda die kurische Nehrung nach Osten befährt. Die langgestreckte, kurische Nehrung ist zur Hälfte Litauisch und zur anderen russisch. Über 50 km radle ich entlang endloser, feindsandiger Sandstrände, die sich hinter gigantischen Sanddünen verbergen. Jetzt Ende Mai ist hier kaum jemand unterwegs, aber in der Hochsaison sind die Strände von Sonnenanbetern belagert.

Auch „Radmuffel“ werden das Radeln hier geniessen: Abseits der Hauptstrasse geht es auf kurvigen Radwegen bis zum russischen Grenzübergang, der die kuriusche Nehrung in zwei Seiten teilt.

Die Innnenseite der Nehrung liegt still vor mir und ich versuche mir vorzustellen, welch Grauen sich hier abspielte, als die Deutschen gegen Ende des zweiten Weltkrieges vor den vorrückenden Sowjets versuchten, über das tückische Eis des Haffs in Richtung Westen zu fliehen.

Weiter nach Lettland

Nicht nur die über 32 Grad im Schatten bringen mich ins Schwitzen, sondern auch der Anblick der unglaublich vielen hübschen Frauen an den Ostsee-Stränden. Binnen zwei Tagen plumpst das Thermometer leider bis auf 9 Grad herunter und ich denke kurzzeitig an Handschuhe. Bald überquere ich die Grenze nach Lettland und mit den gut ausgebauten Fahrradwegen ist es dann leider erstmal vorbei.

In Lettland wird seit Anfang des Jahres, wie auch in Estland mit dem Euro bezahlt, worüber nicht jeder glücklich zu sein scheint, da die Preise zumindest gefühlsmässig stark angestiegen sind. Für „Uns“ mag das Leben dort vergleichsweise günstig sein, aber viele Letten verdienen grade 500,- bis 700,- Euro im Monat. Als ich in einem ländlichen Cafe für ein Stück Kuchen, einen Kaffee und einen großen O-Saft grade mal insgesamt 2,50 Euro bezahle, frage ich die Kasssierin, ob sie nicht etwas vergessen habe; „Nein“, sagt sie lächelnd „mehr können die Leute bei uns nicht bezahlen“.

Viele der beschaulichen Städte mit ihren rumpeligen Kopfsteinpflasteralleen und den leicht verstaubten Auslagen erinnern mich an Ostdeutschland ein paar Jahre nach der Wende. Überall in den Städten stehen Umbruch und langsamer Verfall direkt nebeneinander: Neben schiefen Holzhäuser ragen spiegelnde Glaspaläste und Einkaufszentren in die Höhe. Dafür gibt es ganz selbstverständlich in den Städten gratis WLAN. Arzttermine und z.B. Wahlgänge (wie in Estland) werden im Internet gemacht. Das Baltikum ist eine interessante Mischung aus Aufbruch, osteuropäischer Beschaulichkeit und skandinavischer Fortschrittlichkeit. Ähnlich sieht es auch in den ländlichen Gegenden aus. Einige der Strassen, die sich als schier endlose Graden durch das dünnbesiedelte Land schneiden, sind bereits breit und gut ausgebaut. Auf anderen habe ich manchmal Sorge, mein Vorderrad in den Schlaglöchern zu versenken. Beschaulicher geht es kaum, Wälder und Wälder soweit das Auge reicht, direkt an der Strasse nisten unzählige Störche. Noch immer sieht man in vielen Orten Überreste sowjetischer Kasernen. Die russischstämmigen Bewohner stellen in allen drei Ländern eine starke Minderheit dar, die sich scheinbar aber nach Westen orientiert.

Riga

Die lettische Hauptstadt wird nach insgesamt 400 Radkilometern erreicht. Die Altstadt der alten Hansestadt mit ihren wunderschönen Jugendstilhäusern, den tollen Kneipen und Cafes begeisteren mich ebenso, wie das Schloss und die weitläufigen Boulevards der Neustadt.

Von hier aus geht es mit der Fähre hinüber nach Stockholm, doch das ist eine andere Geschichte.

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Wed, 30 Jul 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/reiseblog-start-ins-baltikum/1420/
Skandinavien-Tour 2014 von Reinhard Pantke http://www.skandix.de/de/aktuell/skandinavientour-2014-von-reinhard-pantke/1417/

Skandinavien-Tour Sommer 2014


Der Reise-Journalist Reinhard Pantke berichtet von seiner aktuellen Tour mit dem Fahrrad durch das Baltikum, Schweden und Norwegen bis nach Nordfinnland. Begleiten Sie ihn virtuell auf seiner Reise bis zum Nordkap und erfahren Sie interessante Details über Land und Leute!

Einmal Braunschweig – Nordkap per Fahrrad. Begleiten Sie Reinhard Pantke auf seiner Reise zum nördlichen Ende Europas

Vielleicht erinnern Sie sich ja noch an die dreimonatige Extrem-Tour, die der Braunschweiger Reiseejournalist und Globetrotter vor zwei Jahren von Vancouver nach Alaska gemacht hat?
In diesem Sommer ist der 47-jährige wieder mit dem Fahrrad unterwegs. Start der Reise war Ende Mai in Braunschweig, Endpunkt wird im September die norwegisch-russische Grenze weit nördlich Polarkreises sein.

Aus der Braunschweiger Heimat unweit von SKANDIX radelte Pantke nach Kiel und setzte per Fähre nach Klaipeda in Lettland über. Vorbei an wunderschönen Städten und endlosen Ostseestränden der drei Neu-EU-Länder Litauen, Lettland und Esland führte die Tour weiter in die estnische Hauptstadt Tallinn.

Nächste Station war die schwedische Hauptstadt Stockholm. Entlang des Götakanals fuhr Reinhard Pantke vorbei an glasklaren Seen und endlosen Wälder in die Westküstenmetropole Göteborg.

Die nächste Etappte heißt Norwegen – über 3.000 km radelt der Globetrotter über Fjorde und Fjells bis zum Nordkap und nach Kirkenes an der norwegisch-russischen Grenze. Von dort aus geht es nach Nordfinnland, wo die Reise enden wird. Insgesamt eine 5.000 km lange Strecke, die Reinhard Pantke bis Mitte September mit seinem Mountain-Bike und 30 kg Gepäck abfahren wird.

Lesen Sie hier in den nächsten Monaten alle 2 Wochen einige der spannendsten Erlebnisse nach und lassen Sie sich Inspirationen geben für eigene Reisen in den hohen Norden Europas! Als kleine Appetitmacher sehen Sie heute bereits einige Bilder der zurückgelegten Etappen. Außerdem werden wir natürlich am Ende der Reise wieder Freikarten für die digitalen Film- und Diashows des Globetrotters verlosen.

Zur Person

Bike around the world:
Der Globetrotter Reinhard Pantke (Jahrgang 1967) erlebt seine Reiseziele nur mit Fahrrad und Rucksack. Neben Fahrradtouren durch Norwegen (17x), Schweden, Island (4x), Schottland, England, Neuseeland (3x) sowie einigen Südseeinseln und den Kanaren war er auch in Kanada und Alaska unterwegs. Im Verlauf dieser Touren legte er in den letzten Jahren insgesamt 160.000 km per Fahrrad zurück.

Neben Artikeln in regionalen und überregionalen Zeitungen und Magazinen, Kalendern, Buchbeiträgen und Austellungen ist Reinhard Pantke auch Autor verschiedener Bildbände über Norwegen und Kanada.

Weitere Informationen zu seinen Diashows und Bilder aus allen Teilen der Welt finden Sie auf seiner Homepage unter www.bike-around-the-world.de

Text und Fotos © Reinhard Pantke

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Fri, 11 Jul 2014 00:00:00 +0200 http://www.skandix.de/de/aktuell/skandinavientour-2014-von-reinhard-pantke/1417/
Reisebericht Schweden http://www.skandix.de/de/aktuell/reisebericht-schweden/1314/

Warum fahren wir nach Schweden?

Wir wohnen in Chemnitz, Großstadt, der Job alles andere als entspannend. Ich habe Heuschnupfen und Asthma, deshalb mag ich keine warmen Regionen. Richtung Süden ist also tabu, Richtung Osten, nee danke in die ehemaligen „Bruderstaaten“ bekommt man mich lebendig auf keinen Fall. Also bleibt nur noch Richtung Norden. Da ich ein 65'er Baujahr bin, steht selbstverständlich ABBA neben Roxette im CD-Regal. Außerdem wollte mein „Elch“ wiedermal sein Herkunftsland sehen! Also mussten wir einfach mal nach Schweden.

Als das Ziel Schweden feststand, haben wir eine Bekannte, die in einem Reisebüro arbeitet, um Kataloge gebeten. Hotel wollten wir nicht und da wir mit dem Auto reisen, durfte es ruhig etwas außerhalb sein. „Außerhalb“ gibt es in Schweden nun wirklich ausreichend. Wir suchten also etwas nicht zu teures und fanden etwas in der Nähe der norwegischen Grenze (ca. 150 km bis Oslo).

Von der E6 (Trelleborg-Oslo) bis zu Ferienhaus sind es nur ein paar Kilometer. Ein kleines Ferienhaus, der Vermieter spricht deutsch, der Preis ist O.K., es ist alles vorhanden was man zum Leben braucht. Was will ich mehr!

Und die Ruhe. Das das Haus sprichwörtlich am A.... der Welt steht, merkte ich, als weder Google Maps noch das Navi mit der Adresse etwas anfangen konnten. Also kontaktierte ich den Vermieter, der mir dann die GPS-Koordinaten mailte.
Der nächste Lebensmittelladen 10 km entfernt, die letzten 1,5 km Schotterpiste. Der nächste größere Ort heißt Tanumshede und ist knapp 30 km entfernt.

Die Anreise.

Von Chemnitz über Berlin und Stralsund nach Sassnitz. Mit der „Sassnitz“ (Scandline) geht es nach Trelleborg, leider haben wir immer ziemlich raue See. Zurück geht es mit der baugleichen „Trelleborg“. In Trelleborg tanken wir Kraftstoff (Preis Oktober 2001 1,35€ /l Super!), Bargeld und Kaffee. Und dann noch 450 km bis zu Ferienhaus. Straßenschäden oder Staus und Drängler kann man suchen, findet aber keine.

Tanken kann man an bemannten Stationen mit Bargeld, nur sollte man sich nicht wundern, wenn die einen komisch anschauen, denn dort zahlt man mit Kreditkarte. Alternativ kann man auch an unbemannten Stationen mit Kreditkarte tanken, ist billiger. Ohne Pin geht in Schweden gar nichts und die EC-Karte kann man ohnehin zu Hause lassen, die akzeptiert dort keiner.

Bei Ikea in Göteborg legen wir immer ein Toiletten- und Kaffeepause ein. Autobahnabfahrt bis auf den Parkplatz keine 500m. Göteborg hat gleich zwei Filialen.

Was haben wir unternommen?

Einen Tag sind wir nach Göteborg gefahren und haben unter anderem das Volvo-Museum und die Fiskekirka angesehen. Die Fiskekirka ist, anders als der Name vermuten lässt keine Kirche sondern ein Fischmarkt mit Verkaufsständen, Imbißständen und einem Restaurant.

Ein anderes Mal waren wir im königlichen Jagdmuseum in Trollhätan-Vänersborg. Dieses Jahr wollen wir auf die Festung Halden in Norwegen ca.50 km. Des weiteren gibt es unzählige Elchparks und Wald, Wald, Wald, und Seen ohne Ende.

Was haben wir erlebt?

An einem Abend gingen wir vor das Haus und keine 10 Meter vor uns stand ein Reh mit zwei Jungen die nicht sonderlich scheu waren, Denn wir konnten sie anschauen ohne das sie flüchteten, sie beobachteten uns aber sehr genau. Oder lag es daran das der Vermieter, der im Nachbarhaus wohnt und Jäger ist, nicht zu hause war (Auto stand nicht vor der Tür).

Fazit: Schweden ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Text und Fotos von Jan Roßberg

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Wed, 20 Feb 2013 00:00:00 +0100 http://www.skandix.de/de/aktuell/reisebericht-schweden/1314/